Die deutschen Nationalspieler übernehmen für 600 Fans die Anreise zum letzten Gruppenspiel der WM gegen Ecuador. Kapitän Joshua Kimmich und seine Mitspieler bezahlen aus der Mannschaftskasse die Busfahrten von New York nach East Rutherford am 25. Juni, wie der DFB am Dienstag bestätigte. Anlass sind die deutlich erhöhten Ticketpreise von NJ Transit und privaten Anbietern rund um das MetLife Stadium.
Hintergrund ist eine seit Wochen schwelende Debatte über die Anreisekosten in der Metropolregion New York/New Jersey, wo bis zum Finale am 19. Juli acht WM-Spiele stattfinden. Der reguläre Nahverkehrstarif zwischen Manhattan und East Rutherford liegt bei rund 12,90 Dollar. Für die WM-Partien hatte NJ Transit Sondertickets für 150 Dollar pro Hin- und Rückfahrt angeboten und nach öffentlicher Kritik auf 98 Dollar reduziert. Die privaten Shuttlebusse sollten ursprünglich 80 Dollar kosten, nun sind es 20 Dollar - immer noch das Mehrfache des Normalpreises.
Die Preissenkung kam nach einer gemeinsamen Intervention der Gouverneurinnen Kathy Hochul (New York) und Mikie Sherrill (New Jersey) Mitte Mai zustande. „Die Anreise zur WM soll so zugänglich wie möglich sein“, erklärte Hochul damals, 20 Prozent der Busplätze würden für New Yorker Anwohner reserviert. Sherrill betonte, die Reduktion erfolge ohne Steuergelder und werde von Sponsoren wie DoorDash, DraftKings und FanDuel getragen.
Ja, dieses Paket ist natürlich furchtbar teuer. Das ist natürlich schwierig nachzuvollziehen, wieso sie jetzt Gründe haben, solche Preise zu verlangen. Da helfen wir mit dem DFB, dass wir das finanzieren.
Fanclub-Mitgliedschaft als Bedingung
Voraussetzung für einen der 600 kostenlosen Plätze ist die Mitgliedschaft im Fan Club Nationalmannschaft. Melden sich mehr Anhänger an, als Plätze verfügbar sind, entscheidet das Los. Den Wagenpark stellt der DFB, die Spieler übernehmen die Kosten - ein Modell, das laut Verband auch für künftige Gruppenspiele in Betracht kommt, falls sich die Anreiselage weiter zuspitzt.
Die Geste fällt in eine Phase, in der die Ticketpolitik der FIFA und die Infrastruktur in den drei Gastgeberländern kritisch beleuchtet werden. Alex Lasry, regionaler Chef des WM-Organisationskomitees, hatte den Zugang zu den Spielen Mitte Mai als „höchste Priorität“ bezeichnet. Pro Spieltag werden allein am MetLife Stadium 12.000 bis 18.000 Fans über Shuttledienste erwartet, neben den Reisebussen kommen auch klassische gelbe Schulbusse zum Einsatz.
Die DFB-Elf eröffnet ihr Turnier am 14. Juni gegen Curaçao in Houston, ehe am 25. Juni das mutmaßlich entscheidende Spiel um Platz eins in Gruppe E gegen Ecuador ansteht. Das Quartier in Winston-Salem hat das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann bereits am Montag bezogen.