Der Deutsche Fußball-Bund hat Jürgen Klopp am Freitagvormittag am Frankfurter DFB-Campus als neuen Bundestrainer präsentiert. Klopp unterschrieb einen Vierjahresvertrag, der am 15. August beginnt und bis nach der WM 2030 läuft. Sein erstes Länderspiel bestreitet er am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande in der Nations League, drei Tage später folgt in Augsburg das Heimdebüt gegen Griechenland.

Klopp folgt auf Julian Nagelsmann, der nach dem WM-Aus gegen Paraguay Anfang Juli zurückgetreten war. „Es ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich. Es ist eine große Ehre, hier zu sitzen“, sagte Klopp in Frankfurt und kündigte an, das Amt „mit Demut und Geduld“ anzugehen. Die Nationalmannschaft könne „uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes“, zitiert ihn die Sportschau.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf nannte Klopp „unsere Wunschlösung von Anfang an“ und lobte dessen „große Energie und Begeisterung“. Vizepräsident Hans-Joachim Watzke, seit den Verhandlungen im Juli treibende Kraft, sagte auf der Pressekonferenz: „Jürgen ist für mich einer der besten Trainer der Welt.“ Die Gespräche hatten Anfang Juli bei einem mehrstündigen Treffen am New Yorker Flughafen JFK ihren Durchbruch erlebt.

Wer Gas gibt, wird mit mir viel Spaß haben. Es ist ein Neustart. Es werden Spieler eine Chance bekommen, die damit noch gar nicht rechnen.
- Jürgen Klopp, DFB-Pressekonferenz Frankfurt

Trainerteam und Kaderphilosophie

Klopp bringt sein bewährtes Personal mit: Peter Krawietz, mit ihm bereits in Mainz, Dortmund und Liverpool an der Seitenlinie, sowie der Niederländer Pepijn Lijnders, zuletzt Co-Trainer von Pep Guardiola bei Manchester City. Ergänzt wird das Team von Sven Bender, der von 2009 bis 2015 unter Klopp bei Borussia Dortmund spielte. Marc Kosicke, langjähriger Berater Klopps, übernimmt eine Rolle für Strategie und Kommunikation.

Auf die Frage nach seiner Spielidee nannte Klopp „gute Organisation“ und eine „klare Fußball-Idee“ mit einer mutig verteidigten Viererkette als Grundgerüst. Nagelsmanns Dreierkette dürfte damit Geschichte sein. Rudi Völler bleibt vorerst Sportdirektor, wird aber zum 1. Januar 2027 vom Weltmeister von 2014, Per Mertesacker, als Geschäftsführer Sport abgelöst. Mertesacker soll laut Neuendorf „auch den Nachwuchsbereich“ verantworten.

Ablöse an Red Bull und eine Ansage an die Medien

Klopp war seit Anfang 2024 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull unter Vertrag. Um ihn freizubekommen, zahlte der DFB laut übereinstimmenden Medienberichten eine Million Euro an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“. Zusätzlich sagte der Verband RB Leipzig drei Heimspiele der Nationalmannschaft bis 2030 zu. Ein für einen Verband ungewöhnliches Arrangement, das die Wertigkeit dokumentiert, die der DFB dem Trainerwechsel beimisst.

Beim Auftritt in Frankfurt richtete Klopp deutliche Worte an die anwesenden Journalistinnen und Journalisten. „Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg“, sagte er nach Berichten des Schweizer SRF und mahnte Zurückhaltung sowie kritisches Denken in der Berichterstattung an. Bis zum Amtsantritt am 15. August bleibt Klopp noch bei Red Bull; danach beginnt in Frankfurt die Vorbereitung auf den Herbst mit den Nations-League-Partien gegen die Niederlande, Griechenland (zweimal) und Serbien.