Der Countdown zur Vorstellung des neuen Bundestrainers läuft. Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes soll Jürgen Klopp spätestens am Freitag in der Frankfurter DFB-Zentrale seinen Vertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 unterschreiben und offiziell als Nachfolger von Julian Nagelsmann präsentiert werden. Sport.de berichtete am Dienstagnachmittag, die genaue Uhrzeit der Pressekonferenz sei noch offen.

Klopp war am Dienstag nach sieben Wochen als TV-Experte für MagentaTV bei der WM in den USA zurück nach Deutschland gereist. Auf Instagram meldete er sich mit einem Selfie unter dem Titel „Back in Germany“ - Basecap und Feuchtigkeitsmaske gegen den Jetlag inklusive. „Was für eine wunderbare Erfahrung. Überall Legenden, auf dem Platz und daneben“, schrieb der 59-Jährige in einem zweiten Post über seine Zeit rund um das WM-Finale.

Der letzte Baustein war die Einigung mit Red Bull. Der Salzburger Konzern hatte Klopp seit Januar 2025 als Head of Global Soccer unter Vertrag bis 2029. Am Rande des WM-Finales zwischen Argentinien und Spanien bestätigte Klopp am Sonntagabend im MagentaTV-Studio: „Ich habe eine Einigung mit RB gefunden, eine großzügige Regelung.“ Wie der Tagesspiegel berichtete, verzichtet Red Bull auf eine Ablöse und auf jede weitere Botschafter- oder Beraterrolle - ein Novum in Klopps jüngerer Vergangenheit.

Ich habe eine Einigung mit RB gefunden, eine großzügige Regelung.
- Jürgen Klopp am WM-Finaltag im MagentaTV-Studio

Vorausgegangen war ein enges Treffen der DFB-Spitze mit Klopp am 11. Juli im JFK-Hotel in New York. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hatten dort vier Stunden mit dem Trainer verhandelt und die Grundlage für die Einigung gelegt. Am Samstag vor dem Finale folgte das Gespräch mit Red-Bull-Vorstand Oliver Mintzlaff. Der Verband selbst blieb bis zuletzt zurückhaltend: „Der DFB kommentiert den Verhandlungsstand mit Jürgen Klopp nicht. Die zuständigen Gremien werden die endgültige Entscheidung treffen“, teilte die Zentrale am Wochenende mit.

Amsterdam als Debüt, Wembley als Ziel

Als 13. Bundestrainer der DFB-Geschichte übernimmt Klopp eine Mannschaft, die im WM-Achtelfinale gegen Paraguay ausgeschieden war und danach den Rücktritt Nagelsmanns verkraften musste. Sein erstes Pflichtspiel steigt am 24. September in der Nations League in Amsterdam gegen die Niederlande. Bis dahin muss der Trainerstab stehen: Als Kandidaten für sein Assistententeam werden Peter Krawietz, Pep Lijnders und Zsolt Löw gehandelt, sein langjähriges Vertrauenspersonal aus Liverpool-Zeiten.

Der eigentliche Prüfstein wartet allerdings weiter hinten im Kalender. Am 6. Dezember wird in Belfast die Qualifikation zur Europameisterschaft 2028 in England, Wales, Schottland und der Republik Irland ausgelost. Das Turnier läuft vom 9. Juni bis 9. Juli 2028, das Endspiel findet in Wembley statt. Ein Vertrag bis 2030 gibt Klopp den Rahmen, den Nagelsmann in seiner kurzen Amtszeit nie hatte - zwei Turnierzyklen, mit der Heim-EM des Nachbarn als erstem echten Härtetest.

Zunächst geht es um Symbolik. Am Freitag in Frankfurt beginnt das, was Watzke in New York laut sportschau-Bericht die Chance genannt hatte, „größer als jede andere“. Klopp selbst hatte am Dienstagabend nur trocken angekündigt, es sei nun Zeit „aufzutanken“.