ProSieben hat am Freitagabend den Endzeit-Thriller „Knock at the Cabin“ von M. Night Shyamalan gezeigt. Der 2023 in den USA gestartete Film lief von 22.05 Uhr bis kurz vor Mitternacht im Programm des Unterföhringer Senders. Eine Wiederholung ist für die Nacht zum Montag um 00.35 Uhr angesetzt.
Der Film basiert auf Paul G. Tremblays Roman „The Cabin at the End of the World“ und wurde in New Jersey gedreht. Er erzählt von dem Paar Eric und Andrew, das mit Adoptivtochter Wen in einer abgelegenen Waldhütte in Pennsylvania Urlaub macht - bis vier Fremde die Familie überfallen und behaupten, nur ihr Opfer könne die Apokalypse abwenden. Dave Bautista spielt den Anführer Leonard, Jonathan Groff und Ben Aldridge das Paar, die siebenjährige Kristen Cui die Tochter. In den Rollen der übrigen Eindringlinge treten Nikki Amuka-Bird, Abby Quinn und der frühere „Harry Potter“-Darsteller Rupert Grint auf.
Das Urteil der Kritik ist gemischt geblieben. Die Filmstarts-Redaktion vergab 2,5 von fünf Sternen, Rotten Tomatoes weist eine Kritiker-Zustimmung von 68 Prozent aus. Positiv hervorgehoben wird die kammerspielartige Enge, die Shyamalan aus einer einzigen Waldhütte herausholt, und der Verzicht auf einen typischen Twist zugunsten einer Auseinandersetzung mit dem Motiv des Opfers. Die epd-Film-Rezension nennt den Film „ein fesselndes Werk, das von Anfang bis Ende in Atem hält“, moniert aber sich wiederholende Situationen. Andere Rezensenten kritisieren einen Schluss, der die Geschichte „inkohärent“ wirken lasse.
Für Shyamalan bedeutete „Knock at the Cabin“ 2023 die Rückkehr an die US-Kinokassen: Zum Start am 3. Februar 2023 verdrängte das mit einem Budget von 20 Millionen Dollar gedrehte Werk „Avatar: The Way of Water“ vom Spitzenplatz und spielte weltweit rund 54 Millionen Dollar ein. In Deutschland ist der Film derzeit über Amazon, Sky, Apple TV und Magenta TV abrufbar, in den USA rangiert er nach Daten des Streaming-Trackers FlixPatrol aktuell auf Rang fünf der meistgesehenen Netflix-Filme - mehr als drei Jahre nach Kinostart.
Für ProSieben ist die Free-TV-Ausstrahlung ein Test, wie stark Shyamalans jüngerer, dialoglastiger Horror auf dem linearen Fernsehmarkt trägt. Der Regisseur, der mit „The Sixth Sense“ 1999 zur Marke wurde, hat mit „Knock at the Cabin“ eher ein ruhiges Krisen-Drama vorgelegt als einen Schreckens-Thriller: Der Film hält seine vier Angreifer über weite Strecken in Gespräche mit den Belagerten hinein, statt sie zu Werkzeugen einer Gore-Inszenierung zu machen.