Angelina Köhler hat bei der Schwimm-Europameisterschaft in Paris am Samstag Silber über 100 Meter Schmetterling gewonnen. Die 25-jährige Berlinerin schlug nach 56,39 Sekunden an, nur 31 Hundertstel hinter Roos Vanotterdijk aus Belgien, die in 56,08 Sekunden Europameisterin wurde. Bronze holte die neutrale Athletin Daria Klepikowa in 56,76 Sekunden.

Die letzte deutsche Medaille auf dieser Strecke ist 33 Jahre alt. 1993 in Sheffield hatte Franziska van Almsick Silber über 100 Meter Schmetterling geholt. Für Köhler ist es die erste EM-Medaille auf der Langbahn, wie die Sportschau berichtete.

„Das war der absolute Mega-Hammer. Endlich wieder so schnell geschwommen“, sagte Köhler nach dem Rennen im ZDF. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 war sie über dieselbe Distanz als Vierte am Podest vorbeigeschwommen und hatte in den vergangenen zwei Jahren öffentlich über ihre Formkrise gesprochen. „Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe, das war so geil“, so die Berlinerin.

Das war der absolute Mega-Hammer. Endlich wieder so schnell geschwommen.
- Angelina Köhler, gegenüber dem ZDF

Der Silbererfolg reiht sich in eine für den Deutschen Schwimm-Verband ertragreiche Woche. Am Freitag hatten Isabel Gose und Maya Werner über 1500 Meter Freistil eine Doppelmedaille geholt, Silber und Bronze. Gose kam in 15:49,31 Minuten hinter der Italienerin Simona Quadarella ins Ziel, Werner schwamm in 15:52,50 Minuten persönliche Bestzeit.

„Ich bin super happy über meine Zeit und damit seit zwei Jahren endlich wieder unter 15:50 zu schwimmen“, sagte Gose gegenüber Swimsportnews. Für die Magdeburgerin war es bereits die vierte Medaille dieser Titelkämpfe, nach Erfolgen im Freiwasser und über 800 Meter Freistil.

DSV auf Rang vier vor dem Schlusstag

Der Deutsche Schwimm-Verband steht laut Kicker vor dem letzten Wettkampftag am Sonntag mit acht Gold-, neun Silber- und neun Bronzemedaillen auf dem vierten Platz des Medaillenspiegels. Vor dem DSV liegen Italien, Großbritannien und die als neutrale Athletinnen und Athleten startenden Russinnen und Russen. Am Samstag standen sieben Entscheidungen an, darunter über 200 Meter Lagen der Frauen und über 100 Meter Rücken.

Für Köhler war der Silberrang mehr als eine Medaille. Nach dem verpassten Podest bei den Heimspielen der französischen Hauptstadt vor zwei Jahren galt sie in Verband und Trainerteam als Fall, den man geduldig aufbauen muss. Am Samstagabend reichten 31 Hundertstel nicht für den Titel. Für die Berlinerin fühlten sie sich trotzdem an wie ein Sieg.