3sat hat am Freitagabend Charlotte Sielings Historiendrama „Die Königin des Nordens“ mit Trine Dyrholm in der Hauptrolle gezeigt. Der dänische Film aus dem Jahr 2021 lief um 20.15 Uhr und dauert 117 Minuten. Eine klassische TV-Wiederholung ist nach Angaben von spielfilm.de zunächst nicht angesetzt; der Film bleibt jedoch in der 3sat-Mediathek zum Streaming abrufbar.
Die Handlung beginnt im Jahr 1402. Margarethe, gespielt von Dyrholm, hat zu diesem Zeitpunkt mit der 1397 in Kalmar geschlossenen Union ein Gebilde geschaffen, das Dänemark, Norwegen und Schweden unter einer Krone vereint. Sie selbst regiert ohne eigenen Königstitel über ihren Adoptivsohn Erik von Pommern. Als ein Mann auftaucht, der sich für ihren totgeglaubten leiblichen Sohn Olaf ausgibt, gerät die Konstruktion ins Wanken: Margarethe steht zwischen Mutterhoffnung und Staatsraison, während eine vom Deutschen Orden gestützte Verschwörung die nordischen Staaten gegeneinander zu treiben versucht.
Wie 'Game Of Thrones', nur in echt und ohne Drachen.
Der Vergleich liegt nahe. Die Produktion gilt nach Senderangaben als eine der teuersten Skandinaviens; neben Dyrholm spielen Søren Malling, Morten Hee Andersen, Jakob Oftebro und Bjørn Floberg. Der dänische Originaltitel lautet „Margrete den Første“, 3sat zeigte den Film in deutscher Synchronisation. Filmstarts vergab in seiner Kritik vier von fünf Sternen. Die historische Vorlage der „Falschen Oluf“-Affäre von 1402 ist verbürgt: Ein Mann behauptete damals tatsächlich, der lange totgesagte Sohn Margaretes zu sein.
Margarethe I., 1353 in Søborg geboren und 1412 in Flensburg gestorben, gilt als prägende Figur der skandinavischen Geschichte. Die von ihr 1397 in Kalmar geschlossene Personalunion hielt formal bis 1523, auch wenn jedes der drei Reiche seine eigene Verwaltung behielt. Die heutige dänische Königin Margrethe II. wählte ihre Ordnungszahl, wie Filmstarts in seiner Kritik festhält, bewusst in Bezugnahme auf die mittelalterliche Vorgängerin.
Sieling hält den Film weitgehend frei von Schlachtszenen und setzt auf Hofintrigen und psychologisches Spiel. Die Tagespost lobte in ihrer Kritik die in graublauen Farbtönen gehaltene Bildsprache und Dyrholms zurückgenommenes Spiel zwischen Mutterrolle und Machtpolitikerin. Weltpremiere feierte der Film im August 2021 beim Norwegischen Internationalen Filmfestival in Haugesund; in deutschen Kinos lief er am 30. Dezember 2021 an.