Gesa Krause hat sich am Mittwochabend im Alexander Stadium von Birmingham zum dritten Mal Europameisterin über 3.000 Meter Hindernis gekrönt. Die 33-jährige deutsche Rekordhalterin gewann in 9:12,69 Minuten vor der französischen Titelverteidigerin Alice Finot (9:14,24) und ihrer Landsfrau Olivia Gürth (9:15,33). Nach ihren EM-Titeln von Amsterdam 2016 und Berlin 2018 ist es Krauses erster großer Sieg seit acht Jahren.
Krause hielt sich auf den ersten Runden bewusst im Windschatten, während Lea Meyer das Feld anführte. Auf der Zielrunde beschleunigte Krause, überholte Finot und meisterte den letzten Wassergraben sauber. Meyer, die zu diesem Zeitpunkt auf Bronze-Kurs lag, stürzte am selben Hindernis und fiel in 9:17,07 Minuten auf Rang vier zurück.
Dieses Gold nach acht Jahren ist wunderschön. Ich darf wieder die Hymne hören, vielleicht ist es das letzte Mal.
„Ich bin unfassbar dankbar. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Es macht mir Spaß, es ist mein Leben“, sagte Krause im Interview mit dem ZDF. Ihre letzte internationale Goldmedaille lag acht Jahre zurück, im Sommer 2025 war sie über die Hindernisstrecke von einer Verletzungspause gebremst worden.
Gürth mit erster großer Medaille, Meyer entschuldigt sich für Sturz
Für Olivia Gürth ist die Bronzemedaille die erste bei einer internationalen Meisterschaft. Die Deutsche hielt sich im gesamten Rennen in der Spitzengruppe und profitierte in der Schlussphase vom Sturz Meyers. Der deutsche Doppelpodest über 3.000 Meter Hindernis ist der erste in dieser Disziplin bei einer EM.
Meyer nahm den Moment mit trockener Selbstkritik. „Das war dämlich und doof, es ist aber nun mal so“, sagte sie unmittelbar nach dem Zieleinlauf. Auf Olympia 2028 in Los Angeles blickte die 27-Jährige mit klarer Ansage: „Bei Olympia 2028 in Los Angeles will ich als deutsche Rekordhalterin vorne mitlaufen.“
Mit Krauses Gold steht das deutsche Team nach dem vierten Wettkampftag bei zwei Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen. Auf demselben Abend sicherten Leo Neugebauer und Niklas Kaul im Zehnkampf einen zweiten Doppelsieg für den Deutschen Leichtathletik-Verband. Die EM in Birmingham läuft noch bis Sonntag.