Am Sonntag hat Dominik Krause den zweiten Wiesn-Tag vorzeitig abgebrochen. Münchens Oberbürgermeister nahm zunächst im Festwagen am Trachten- und Schützenzug durch die Innenstadt teil, verließ die Parade dann aber auf halber Strecke wegen Kreislaufproblemen. Sein für den Nachmittag geplanter Auftritt beim sogenannten Schwulen Sonntag im Bräurosl-Zelt fiel damit aus.
„Kreislaufschwierigkeiten, aber nicht wild“, ließ ein Sprecher Krauses ausrichten, wie t-online berichtete. Der 36-Jährige begab sich vorsorglich nach Hause. Am regulären Anzapfen im Bräurosl um zwölf Uhr, das die Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs und die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl übernahmen, war Krause laut Wirtin Franziska Reichert ohnehin nicht eingeplant. Auch die Almauftriebs-Party im Käferzelt am Abend fand ohne den OB statt.
Kreislaufschwierigkeiten, aber nicht wild.
Für Krause hat der ausgefallene Auftritt einen symbolischen Beiklang. Der Grüne ist der erste offen homosexuelle Oberbürgermeister Münchens; der Schwule Sonntag im Bräurosl, seit den siebziger Jahren feste Institution im Oktoberfest-Programm, zieht laut queer.de jährlich mehr als 6.000 Gäste ins Zelt. Traditionell besuchen Münchens Oberbürgermeister das Bräurosl außerdem am letzten Wiesn-Abend, so hielt es auch Vorgänger Dieter Reiter (SPD). Krauses Büro kündigte an, den Besuch später nachzuholen.
Am Samstag hatte Krause den offiziellen Anstich im Schottenhamel-Zelt mit zwei Schlägen absolviert und seinen Verlobten Sebastian Müller im Ehrenwagen bei der Parade mitgeführt. Für Montag meldete sein Sprecher die Rückkehr in den Terminkalender: Rathaus-Sitzungen am Vormittag, ab zwölf Uhr die Benefizaktion „Wiesn mit Herz“ im Schottenhamel, bei der Menschen mit knapper Kasse ein Mittagessen bekommen.