Das deutsche Hindernis-Trio ist komplett im Finale. Gesa Felicitas Krause, Lea Meyer und Olivia Gürth haben sich am Montagabend bei der Leichtathletik-EM in Birmingham über 3000 Meter Hindernis für den Endlauf am Donnerstag qualifiziert. Meyer gewann den ersten Vorlauf in 9:32,21 Minuten, Krause folgte im zweiten Vorlauf mit 9:32,27 Minuten auf Rang zwei, Gürth erreichte als Vierte in 9:32,65 Minuten das Finale. Übertragen wird der Endlauf ab 21:29 Uhr MESZ im ZDF.
Krause macht aus ihrer Zielsetzung kein Geheimnis. Der zweifachen Europameisterin von 2016 und 2018 gehe es um mehr als das Erreichen des Finales, sagte die 34-Jährige nach dem Vorlauf in der ARD: „Ich habe ganz klar gesagt, eine Medaille ist das Ziel.“ Bereits vor der EM hatte sie gegenüber der hessenschau gesagt: „Das Ziel ist eine Medaille, wenn das nicht passieren wird, wäre ich schon sehr enttäuscht.“ Krause hat bei ihren vier vorangegangenen Europameisterschaften stets Edelmetall geholt - Bronze 2012, Gold 2016 und 2018, Silber 2024.
Natürlich sind die Ziele groß, die Träume groß für das Finale. Jetzt heißt es: Gut erholen und dann eben das Bestmögliche draus machen.
Krauses Rückkehr in die Weltspitze
Der Weg zurück war lang. Krause hatte nach der Geburt ihrer Tochter im Dezember zunächst auf den Marathon umgeschult, brach die Disziplin nach ihrem Debüt in Valencia aber wieder ab. Zurück auf ihrer Spezialstrecke lief sie beim Diamond-League-Meeting in Eugene 9:07,50 Minuten - nur eine einzige Zeit war in ihrer Karriere schneller. Zwei Wochen vor Birmingham holte sie in 9:24,40 Minuten den deutschen Meistertitel. „Ich fühle mich eigentlich so gut wie nie zuvor“, sagte sie in der Vorbereitung der hessenschau.
Die Konkurrenz im Finale trägt einen Namen: Alice Finot. Die Französin gewann 2024 in Rom EM-Gold und lief in Paris bei den Olympischen Spielen auf Platz vier - mit persönlicher Bestzeit von 8:58,67 Minuten. Auch die Britin Elise Thorner gilt vor Heimpublikum als Podestkandidatin. Für den Deutschen Leichtathletik-Verband ist die Ausgangslage komfortabel wie selten: Mit Meyer aus Löningen und Gürth aus Trier stehen neben Krause zwei weitere Athletinnen im Finale, die sich unter Druck auf hohem Niveau bewegen können.
Für den DLV wäre eine Medaille im Hindernislauf die Fortsetzung eines guten Starts in Birmingham. Silber und Bronze durch Florian Bremm und Yemisi Mabry am Montag, Bronze und Silber durch Owen Ansah und Merlin Hummel am Dienstag - Krause könnte am Donnerstag die nächste Medaille für die deutsche Bilanz beisteuern. Ihre eigene Erwartung an das Ergebnis hat sie bereits formuliert: „Ich hoffe, dass es die Farbe sein wird, die mir am besten gefällt.“