Alexander Zverev hat den Laver Cup für Team Europa entschieden. Der Hamburger bezwang am Sonntagabend im Londoner O2 den 20-jährigen US-Amerikaner Learner Tien mit 7:6 (7:3), 6:3 und sicherte damit die entscheidenden drei Punkte zum 13:5-Endstand über Team World. Für die europäische Auswahl ist es der sechste Titelgewinn in der neunten Auflage des von Roger Federer initiierten Wettbewerbs.
Wie wir am Samstag berichteten, hatte Carlos Alcaraz nach Abwehr zweier Matchbälle gegen Taylor Fritz und dem Nachtsession-Doppel von Casper Ruud und Zverev am Vorabend die Wende zum 7:5 eingeleitet. Am Sonntag brachte das erste Doppel die Vorentscheidung: Flavio Cobolli und Jakub Mensik setzten sich gegen Alex de Minaur und Fritz mit 7:5, 6:3 durch. Damit stand Team Europa nur noch drei Punkte vom Sieg entfernt - genau die Ausbeute eines Sonntag-Einzels.
Zverev fand gegen den Debütanten Tien lange nicht seinen Rhythmus. Beim Stand von 5:5 im ersten Satz spielte er drei Breakbälle heraus, der US-Amerikaner wehrte alle ab. Als Zverev bei 5:6 selbst zum Aufschlag musste, stand ein Satzball gegen den US-Open-Sieger - der Deutsche hielt seinen Service und riss den Tiebreak mit 7:3 an sich. Im zweiten Durchgang nahm er Tien im sechsten Spiel den Aufschlag ab und servierte souverän aus.
Ich denke, es gibt kein schöneres Gefühl im Sport, als im Team zu gewinnen.
Zverev hob nach dem Match den Zusammenhalt der Mannschaft hervor. „Ich finde, wir hatten eine tolle Mannschaft, eine tolle Chemie im Team“, sagte er gegenüber t-online. Der 29-Jährige ist der einzige Spieler, der an allen sechs europäischen Titelgewinnen beteiligt war. Die verbleibenden Einzel des Sonntags wurden nach dem Sieg nicht mehr ausgetragen.
Noahs erster Titel als Kapitän
Für Yannick Noah war es der erste Laver-Cup-Erfolg als Kapitän von Team Europa. Der frühere French-Open-Sieger hatte 2025 seine Premiere in San Francisco gegeben, in der die Europäer mit 9:15 gegen Andre Agassis Team World verloren. In London kehrte sich das Bild um. Fritz, der vor einem Jahr die entscheidenden Punkte für die Weltauswahl geholt hatte, verließ das Turnier ohne Sieg - erst die Niederlage gegen Alcaraz am Samstag, dann die Doppelpleite an der Seite von de Minaur.
Der Ryder-Cup-artige Wettbewerb bringt keine ATP-Ranglistenpunkte. Für Zverev hat der Sonntag dennoch strategischen Wert: Weil Jannik Sinner seine Teilnahme in Peking wegen anhaltender Knie-Probleme abgesagt hat, verliert der Italiener 500 Punkte im Ranking. Zverev, der als aktueller US-Open-Sieger Position zwei hält, hat damit den Weg zur Nummer eins im Kalenderjahr eingekürzt. Zurück in London stand am Sonntagabend aber zunächst die Trophäe im Fokus - und ein Kapitän, der nach Angaben der ATP Tour betonte, er nehme das Team wie eine Familie wahr.