Anna-Carina Woitschack hat am Freitagabend das Finale der 19. „Let's Dance“-Staffel gewonnen. Die 33-jährige Schlagersängerin holte mit ihrem Profitanzpartner Evgeny Vinokurov die maximal mögliche Jurywertung von 90 Punkten und setzte sich in den Zuschauervoten gegen Musiker Milano und Ninja-Warrior-Athlet Joel Mattli durch. Es ist Vinokurovs erster Sieg in der RTL-Show.
Den Ausschlag gaben drei makellose Auftritte. Auf Rihannas „Umbrella“ tanzte Woitschack einen Quickstep, den Juryvorsitzende Motsi Mabuse mit den Worten „Das ist ein Angriff“ kommentierte. Es folgte ein Paso Doble zu „Malaguena“ von Paco de Lucia, den Joachim Llambi laut t-online als „den besten Tanz der Staffel“ einordnete. „Wenn du mit dem Tanz die Leute nicht überzeugt hast, dann weiß ich nicht, was wir hier noch machen sollen“, sagte Llambi vor der Wertung.
Für die abschließende Kür griff Woitschack die Geschichte ihrer Familie auf, die seit rund 300 Jahren ein Marionettentheater betreibt. Sie und Vinokurov hingen zu Beginn an Fäden, dann erwachten die Puppen zum Leben. „Also, danke Papa“, sagte Woitschack nach dem Auftritt - ihr Vater hatte die Marionetten zur Verfügung gestellt. Den Pokal überreichte ihr der Vorjahressieger Diego Pooth.
Wenn du mit dem Tanz die Leute nicht überzeugt hast, dann weiß ich nicht, was wir hier noch machen sollen.
Im Netz folgt der Vorwurf der Manipulation
Während die Jury einstimmig hinter dem Sieg stand, brach in den sozialen Netzwerken eine Welle an Kritik los. Auf news.de zitierte Fans warfen RTL Manipulation vor. „RTL, zeigt Transparenz und veröffentlicht die Anruferzahlen. Niemals hat Anna mehr Anrufe als Milano bekommen“, schrieb ein Zuschauer. Andere monierten, Llambis demonstratives Lob im Vorfeld habe das Ergebnis vorweggenommen: „Anna Carina wurde nur durch die Jury Gewinner der Staffel.“ RTL hat sich bislang nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.
Die 19. Staffel war laut der Vorabmeldung der Volksstimme von einem ungewöhnlich offenen Verlauf geprägt. Vorab-Favoritinnen wie No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa flogen früh raus, Schlagersänger Ross Antony blutete während einer Rumba, nachdem ihn seine Tanzpartnerin getroffen hatte, und tanzte trotzdem zu Ende. Woitschack, die 2011 bei „Deutschland sucht den Superstar“ Achte geworden war und seither vier Top-Ten-Alben in den deutschen Charts platzierte, galt in den Wochen davor nicht als Hauptfavoritin.
„Ich bin hier sehr über mich hinausgewachsen“, sagte Woitschack nach der Siegerverkündung. Sportlich ist das Finale damit entschieden, in den Kommentarspalten dürfte die Debatte noch eine Weile weiterlaufen.