Bayer 04 Leverkusen hat am 2. Spieltag der Bundesliga den 1. FC Union Berlin mit 4:0 (2:0) besiegt und dem neuen Cheftrainer Carles Martinez Novell den ersten Sieg beschert. In der BayArena traf Ezequiel Fernandez bereits in der ersten Minute, Facundo Medina köpfte in der 28. das 2:0. Nach der Pause erhöhten Patrik Schick (48.) und Ibrahim Maza (66.). Union blieb ohne Torschuss aufs Tor, das Statistikportal Sofascore zählte am Ende 10:0 Torschüsse aufs Tor zugunsten der Werkself.

Für Leverkusen war es die Antwort auf das 2:3 zum Auftakt beim Aufsteiger SV Elversberg, eines der überraschendsten Ergebnisse des ersten Spieltags. Miguel Gutierrez, Sommerzugang aus Girona, legte gleich zwei Tore auf. Bereits nach 47 Sekunden bediente er Fernandez zum 1:0, in der 28. Minute flankte er auf den Kopf des Argentiniers Medina. Nach dem Wechsel brauchten die Gastgeber weniger als drei Minuten, um über Jarell Quansah und Schick nachzulegen. Das 4:0 erzielte Maza mit einem Solo aus dem rechten Halbraum in den Winkel.

Ich bin heute sehr glücklich über unsere gezeigte Leistung.
- Carles Martinez Novell, Bayer-Trainer, nach dem 4:0 gegen Union Berlin

Martinez, im Sommer als Nachfolger von Kasper Hjulmand aus Toulouse verpflichtet, hatte nach der Niederlage in Elversberg auf Entwicklung statt große Ansagen gesetzt, wie er in der Nordsee-Zeitung zitiert wurde. In der BayArena bekam er die Umsetzung: 64 Prozent Ballbesitz, 21 Torschüsse, ein Expected-Goals-Wert von 2,9 gegen 0,15 laut Bundesliga.com. Vom Publikum wurde Maza nach dem Abpfiff zum Man of the Match gewählt, er kam bei einer Fanabstimmung auf 49 Prozent der Stimmen.

„Eine Lehrstunde“ für Union

Bei Union blieb nach der zweiten Bundesliga-Niederlage in Folge die Aufarbeitung. „Es war für uns eine Lehrstunde. Leverkusen hat mit den beiden frühen Toren in der ersten und zweiten Halbzeit totale Effizienz gezeigt“, sagte Kapitän Rani Khedira gegenüber der Berliner Zeitung. Innenverteidiger Felix Uduokhai räumte ein: „Wenn man Leverkusen so aufspielen lässt, wird es unheimlich schwer.“ Der neue Union-Trainer Mauro Lustrinelli, im Sommer vom FC Thun gekommen, hatte drei Änderungen in der Startelf vorgenommen, darunter die Rückkehr von Torhüter Frederik Rönnow. Genutzt hat es nichts: Der Schweizer sprach anschließend von einer verdienten Niederlage und gestand ein, seine Mannschaft habe Leverkusen zu viel Raum gelassen.

Leverkusen klettert mit dem Sieg auf drei Punkte und empfängt am kommenden Spieltag Werder Bremen. Union Berlin reist mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:6 nach Frankfurt zur Eintracht - der Druck auf Lustrinelli, der Steffen Baumgart im Sommer beerbt hatte, wächst früh in der Saison.