US-Senator Lindsey Graham ist am Samstagabend Ortszeit im Alter von 71 Jahren gestorben. Der Republikaner aus South Carolina und enge Verbündete von Präsident Donald Trump erlag „einer kurzen und schweren Krankheit“, wie sein Büro am Sonntag über die Konten des Senators bei X und Facebook mitteilte. Details zu den Umständen nannte das Team zunächst nicht. Die Deutsche Presse-Agentur verbreitete die Meldung als Eilnachricht, das Handelsblatt und die Berliner Zeitung berichteten am Vormittag.
Grahams Tod trifft Washington unvermittelt. Erst am Freitag hatte der Senator den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew getroffen, es war bereits sein zehnter Ukraine-Besuch seit Beginn des russischen Angriffskriegs. Bei diesem Termin verkündete Graham eine Einigung mit dem Weißen Haus über ein verschärftes Sanktionspaket gegen Moskau; die Trump-Regierung wolle den Vorstoß mittragen, sagte er laut Ukrainska Pravda. Anschließend besichtigte Graham eine Drohnenproduktion des ukrainischen Herstellers SkyFall, wie Kyiv Post berichtete.
Er sei am Samstagabend nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben.
Graham gehörte seit Januar 2003 dem Senat an und zählte zu den prägenden Figuren der Republikaner. Zum Zeitpunkt seines Todes leitete er den Haushaltsausschuss der Kammer. Zwischen 2019 und 2021 stand er dem Justizausschuss vor und trieb dort die Bestätigung der konservativen Richter Brett Kavanaugh und Amy Coney Barrett am Obersten Gerichtshof voran, wie t-online in seinem Nachruf hervorhob. Vor der Politik diente Graham 33 Jahre in der US-Luftwaffe und schied 2015 als Colonel aus.
Außenpolitischer Hardliner mit Deutschland-Bezug
Außenpolitisch stand Graham für eine harte Linie. Er zählte zu den lautesten Kritikern des iranischen Regimes im US-Kongress, unterstützte Israel bedingungslos und sprach sich beharrlich für massive Militärhilfe an die Ukraine aus. Die von ihm in Kiew besichtigte SkyFall-Anlage nannte er eine der modernsten der Welt; für die USA „wäre es ein großer Fehler“, bei Drohnen nicht mit Kiew zu kooperieren, wird Graham von Kyiv Post zitiert. Auch mit Deutschland war er vertraut: In den 1980er Jahren war der junge Offizier auf der damaligen Rhein-Main Air Base bei Frankfurt stationiert; im Sommer 2025 traf er in Berlin unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dokumentiert in einer Aufnahme des audiovisuellen Diensts der EU-Kommission.
Politisch war Graham lange Zeit ambivalent zu Donald Trump. Im Vorwahlkampf 2016 hatte er scharf gegen den späteren Präsidenten gewettert, in den vergangenen Jahren galten die beiden dagegen als praktisch unzertrennlich. Erst im Juni 2026 hatte Graham nach eigenen Angaben Trumps Zuspruch für eine fünfte Amtszeit erhalten und die republikanischen Vorwahlen in South Carolina souverän gewonnen. Öffentlich hat der Präsident zunächst nicht auf die Nachricht reagiert.
Offen ist, wer Graham im Senat nachfolgt. Nach dem Wahlrecht von South Carolina benennt der republikanische Gouverneur Henry McMaster einen kommissarischen Nachfolger, bis in einer Sonderwahl endgültig entschieden wird. Grahams reguläre Amtszeit hätte im Januar 2027 geendet.