Netflix hat die Zuschauerzahlen für die zweite Woche der vierten „Monster“-Staffel vorgelegt, und die Serie hat auf Platz eins der globalen Seriencharts weiter zugelegt. Zwischen dem 21. und 27. September verzeichnete „Monster: The Lizzie Borden Story“ 14,5 Millionen Views und 95,9 Millionen gesehene Stunden, wie der Branchendienst What's on Netflix auf Basis der von Netflix veröffentlichten Top-10-Daten berichtet. Das sind gut 20 Prozent mehr als in der viertägigen Startphase ab Donnerstag, 17. September, in der die Serie 12,1 Millionen Views erreicht hatte.

Wie wir am 18., 24. und 26. September berichteten, war die Anthologie-Staffel mit Ella Beatty, Vicky Krieps, Charlie Hunnam und Rebecca Hall gleich zum Start auf Platz eins der globalen Netflix-Charts gelandet, bei gemischten bis negativen Kritiken: Der Metacritic-Durchschnitt liegt bei 47 von 100 Punkten. In Woche zwei weitete sich der Erfolg geografisch deutlich aus. Die Serie steht laut The Wrap in 92 Ländern in den Top 10, in 36 Ländern an der Spitze. In Woche eins waren es 89 beziehungsweise 16 Länder. Auf Netflixs offiziellen Tudum-Charts rangiert „Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden“ damit auch in Deutschland auf Platz eins der Serien.

Dahmer bleibt die Benchmark

Im Vergleich mit den drei bisherigen „Monster“-Staffeln läuft die neue dennoch nicht an die Rekorde heran. Nach zwei Wochen kommt „Lizzie Borden“ auf kumuliert 26,6 Millionen Views, so die Rechnung von What's on Netflix. Die erste Staffel über Jeffrey Dahmer hatte 2022 im selben Zeitraum 55,6 Millionen erreicht, die Menendez-Staffel von 2024 kam auf 31,8 Millionen, „Ed Gein“ von 2025 auf 32,9 Millionen. Der Fachdienst verweist auf unterschiedliche Starttage - Dahmer kam an einem Mittwoch, Ed Gein an einem Freitag, Menendez und Lizzie Borden am Donnerstag - , hält aber fest, dass die vierte Staffel „hinter allen vorherigen Einträgen zurückbleibt“, wenn auch nur rund 15 Prozent unter dem Menendez-Niveau.

In der deutschsprachigen Rezeption fällt das Urteil zweigeteilt aus. Das Portal Netzwelt bezifferte die Startzahl ebenfalls auf 12,1 Millionen Views und ordnete die Serie zugleich als Drama mit fiktionalen Elementen ein, nicht als historische Rekonstruktion. Die Salzburger Nachrichten beschrieben die Staffel als „das erste weibliche Monster in Ryan Murphys berühmter Anthologieserie“. Auf Moviepilot steht die Nutzerbewertung derzeit bei 5,8 von 10 Punkten, Filmstarts kommt auf rund 3 von 5 Sternen. Kritisiert werden vor allem die freien Umgangsweisen mit dem historischen Material: Lizzie Borden war 1893 vom Mord an ihrem Vater Andrew und ihrer Stiefmutter Abby freigesprochen worden, der Fall gilt bis heute formal als ungelöst.

Ryan Murphy hat eine fünfte „Monster“-Staffel bereits angekündigt. Welchen Fall sie behandeln wird, ließ Netflix offen. Die Kombination aus kommerziell verlässlichem Streaming-Erfolg und wiederkehrender Debatte über die Verantwortung bei der Dramatisierung realer Verbrechen bleibt in jedem Fall das Geschäftsmodell der Reihe.