Apple hat macOS 27 Golden Gate am Montagabend um 19:09 Uhr deutscher Zeit für alle unterstützten Macs freigegeben. Das Update erscheint parallel zu iOS 27, iPadOS 27 und watchOS 27 - doch anders als auf dem iPhone startet Siri AI auf dem Mac in der Europäischen Union direkt mit. Das berichten unter anderem Macworld und der deutsche Fachdienst apfelpage.de. Auf iPhone und iPad hält Apple die neue Assistenz unter Verweis auf den Digital Markets Act zurück.
Praktisch bleibt die Freigabe für deutsche Nutzer trotzdem begrenzt: Siri AI läuft zum Start ausschließlich auf Englisch. Weitere Sprachen sollen laut Apple im Oktober folgen, Deutsch ist bisher nicht angekündigt, wie macerkopf.de berichtet. Wer Siri AI auf dem Mac ausprobieren will, muss die Systemsprache auf eine unterstützte Sprache umstellen. Fortgeschrittene Funktionen setzen zudem einen Mac mit M3-Chip oder neuer und mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher voraus.
Die neue Siri kombiniert laut Apple die eigenen Sprachmodelle mit Googles Gemini und bringt eine eigene App auf den Mac. Nutzer können den Assistenten über ein systemweites „Ask Siri“ aus jedem Kontextmenü heraus aufrufen, wie 9to5Mac in seinem Release-Bericht auflistet. Zu den weiteren Neuerungen zählen automatische Tab-Gruppierung in Safari, eine „Notify Me“-Funktion, die Webseiten in wählbaren Intervallen auf Änderungen prüft, sowie neue Bildwerkzeuge in der Fotos-App: Objekte lassen sich per Clean Up entfernen, Bilder per Extend erweitern.
Letzter Halt für Intel-Apps
macOS 27 markiert zugleich das Ende einer Übergangsphase. Die Version ist die letzte, die Rosetta 2 unterstützt - jene Übersetzungsschicht, mit der Apple seit 2020 Intel-Programme auf den eigenen ARM-Chips lauffähig hält. Ab macOS 28 werden Intel-Apps ohne native Aktualisierung nicht mehr starten, wie MacRumors bereits im Juni bestätigt hatte. Wer noch ältere Software einsetzt, hat damit rund ein Jahr, um auf Apple-Silicon-Versionen zu wechseln.
Intel-basierte Macs bleiben komplett außen vor: macOS 27 läuft ausschließlich auf Apple-Silicon-Modellen ab dem MacBook Air und Pro von 2020, dem iMac ab 2021, dem Mac mini ab 2020, dem Mac Studio ab 2022 und dem Mac Pro ab 2023. Die vorherige Version macOS 26 war die letzte, die noch ausgewählte Intel-Macs unterstützte.
Was am Design auffällt
Optisch verfeinert Apple den in macOS 26 eingeführten Liquid-Glass-Look. Ein neuer Regler steuert die Transparenz der Bedienoberfläche, die Ampel-Fenstersteuerung bekommt einen federnden Effekt. Zwei umstrittene Entscheidungen aus der Vorversion nimmt Apple zurück: Fenster haben wieder einheitliche Eckradien, und die Menüeinträge zeigen ihre Symbole. Das Windows-Portierungswerkzeug Game Porting Toolkit erscheint in Version 4, iCloud-Fotomediatheken lassen sich neu über das Web in voller Auflösung teilen.
Der Fachdienst mobiflip.de rät weniger technisch versierten Nutzern, vor der Installation ein Backup anzulegen und bei Bedenken den ersten Patch macOS 27.0.1 abzuwarten. Für europäische Mac-Nutzer bleibt trotz der Freigabe von Siri AI eine offene Frage: Wann Deutsch als Sprache dazukommt, hat Apple bisher nicht kommuniziert. Bis dahin ist Golden Gate für sie vor allem ein Update mit neuen Fotos-Werkzeugen und einem letzten Betriebssystem, das Intel-Software noch verträgt.