Das ZDF hat am Montagabend den Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ erstausgestrahlt: Teil eins um 20.15 Uhr, Teil zwei um 22.15 Uhr. Neu war der Stoff zu diesem Zeitpunkt nicht mehr - bei ServusTV lief die österreichisch-deutsche Koproduktion bereits am 9. Mai, in der ServusTV-Mediathek seit dem 2. Mai, im ZDF-Stream seit dem 10. Mai. Die Erstausstrahlung im Zweiten trieb die Aufrufzahlen des Wikipedia-Eintrags zum Film nach oben.
Im Zentrum steht Adele Neuhauser als Gloria Almeda, Inhaberin einer Sektkellerei. Zehn Jahre saß ihre Figur im Gefängnis, verurteilt für den Auftragsmord an ihrem Mann Victor, der zusammen mit seiner Geliebten Desirée Fischer bei einer Explosion in einer Gartenhütte starb. Vorzeitig entlassen und mit elektronischer Fußfessel versehen, kehrt Gloria in ihre wohlhabende Familie zurück - mit dem Ziel, den wahren Mörder zu finden, der ihr die Tat angehängt haben soll. Schauplatz ist die Wiener Gesellschaft mit ihren Abgründen.
Regie führte Ute Wieland, das Drehbuch der schwarzen Komödie schrieb Uli Brée. Neben Neuhauser spielen unter anderem Bernhard Schir als Victor, Manuel Rubey, Stefanie Stappenbeck, Fanny Krausz, Andreas Lust, Roland Koch, Elena Uhlig und Aglaia Szyszkowitz. Produziert wurde der Zweiteiler von Mona Film und Tivoli Film unter den Produzenten Thomas Hroch und Gerald Podgornig, unter Beteiligung von ZDF und ServusTV.
Zwar auf dem Papier Krimi und Familiendrama, aber die 180 Minuten sind durchzogen von Witz, Figuren-Sarkasmus und erzählerischer Ironie.
Gefeierte Hauptdarstellerin, gedehnte Erzählung
Die Kritik fällt überwiegend wohlwollend aus, mit einem klaren Schwerpunkt: Adele Neuhauser. Sie spiele Gloria gleichzeitig arrogant und verletzlich, manipulativ und überraschend emotional, als „schwarzes Schaf“ der Familie - eine vielschichtige Figur zwischen Verbitterung, Resignation und eisiger Entschlossenheit. Rainer Tittelbach von tittelbach.tv ordnet den Film trotz der Krimi-Etikettierung als von „Witz, Figuren-Sarkasmus und erzählerischer Ironie“ durchzogenes Stück ein.
Einigkeit herrscht aber auch bei der Schwäche: Mehrere Rezensenten, darunter prisma.de und digitalfernsehen.de, bemängeln eine zersplitterte, redselige Erzählweise, deren Auflösung die rund dreistündige Laufzeit kaum trage. Als Mischung aus Kriminalstoff, Familien- und Gesellschaftssatire über die dunklen Seiten der Wiener Hautevolee funktioniere der Zweiteiler vor allem in den kleinen Momenten und pointierten Dialogen - getragen von einer Hauptdarstellerin, die das Format über seine Längen hinweg zusammenhält.