Zum Saisonabschluss hat der 1. FC Union Berlin am Samstag mit 4:0 gegen den FC Augsburg gewonnen. Es war das letzte Spiel von Marie-Louise Eta als Cheftrainerin der Männermannschaft und damit das Ende einer Episode ohne Vorbild: Eta ist die erste Frau, die ein Team in der Fußball-Bundesliga als Cheftrainerin verantwortet hat. Vor heimischer Kulisse im Stadion An der Alten Försterei feierten die Berliner am 34. Spieltag zugleich ihren ersten Heimsieg der gesamten Saison.
Andrej Ilić brachte Union früh auf Kurs und traf in der 10. und in der 42. Minute. Nach der Pause erhöhte András Schäfer in der 54. Minute mit einem Distanzschuss, ehe Jeong Woo-yeong in der 89. Minute den 4:0-Endstand herstellte. Die Berliner bestimmten die Partie über weite Strecken und ließen defensiv kaum etwas zu, wie der Spielbericht der Sportschau festhielt. Für Schiedsrichter Patrick Ittrich war es das letzte Bundesligaspiel seiner Laufbahn.
Eta hatte den Posten Mitte April übernommen, nachdem sich Union nach einer 1:3-Niederlage in Heidenheim und einer schwachen Rückrunde von Steffen Baumgart und dessen Trainerstab getrennt hatte. Die 34-Jährige hatte zuvor die U19 trainiert und bei den Profis als Co-Trainerin gearbeitet, unter anderem in der Übergangsphase nach dem Abschied von Urs Fischer im November 2023. Eigentlich sollte sie erst im Sommer 2026 die Frauenmannschaft des Klubs übernehmen; die Beurlaubung Baumgarts zog ihren Wechsel auf die Männerbank vor. Als Spielerin gewann Eta mit Turbine Potsdam drei deutsche Meisterschaften und 2010 die Champions League, bevor eine Verletzung ihre Karriere mit 26 Jahren beendete.
Den ersten Sieg unter ihrer Leitung holte Union am 10. Mai mit einem 3:1 in Mainz. Eta wurde damit zur ersten Cheftrainerin, die ein Männerspiel in einer der fünf großen europäischen Ligen gewann. Den Moment ordnete sie gegenüber DAZN nicht als Meilenstein ein, sondern schlicht als Erfolg.
Man freut sich, wenn man Spiele gewinnt. Das war schon immer so und ist auch heute so. Es ist einfach pure Freude.
Auch vor dem Spiel gegen Augsburg vermied Eta das große Pathos. „Es ist ja kein Abschied“, sagte sie mit Blick darauf, dass sie im Verein bleibt und in der kommenden Saison die Frauenmannschaft übernimmt. „Ich freue mich jetzt einfach noch mal auf das Heimspiel“, so die Trainerin, die die Wochen im Männerfußball nüchtern bilanzierte: „Klar, es ist jeden Tag was Besonderes, auch mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, zusammenzuarbeiten. Das macht sehr viel Freude.“ Die Aussagen sind in der Abendzeitung München dokumentiert.
Augsburg verpasst Europa
Für den FC Augsburg platzte mit der Niederlage der Traum vom internationalen Geschäft. Die Mannschaft von Interimstrainer Manuel Baum beendet die Saison als Tabellenneunter mit 43 Punkten und verpasst die Qualifikation für die Conference League, für die der siebte Platz nötig gewesen wäre. Besiegelt wurde das auch durch den Erfolg des SC Freiburg gegen RB Leipzig am selben Nachmittag. Union schließt die Spielzeit auf Rang elf ab.
Mit dem Schlusspfiff endet für Eta ein Kapitel, das die Bundesliga so noch nicht kannte. Auf die Frage nach den kommenden Wochen kündigte sie „ein Mix“ aus „Urlaub und Vorbereitung auf das, was kommt“ an. Die Zusammenarbeit geht weiter: Eta übernimmt die Frauenmannschaft, für die Profis der Männer sucht Union einen neuen Cheftrainer.