Kansas City/Berlin. Lionel Messis Dreierpack im argentinischen WM-Auftakt gegen Algerien hat unmittelbar nach Abpfiff eine Welle von Reaktionen aus der internationalen Fußballszene ausgelöst. Mit 16 Toren bei Weltmeisterschaften zog der 38-Jährige im Arrowhead Stadium am Dienstagabend mit Miroslav Klose gleich. Die deutsche Bestmarke hatte seit dem WM-Finale 2014 in Rio gehalten - jetzt ist sie geteilt.

In den sozialen Medien meldeten sich noch in der Nacht zahlreiche Topspieler. Norwegens Stürmer Erling Haaland kommentierte Messis Auftritt schlicht mit „Messi ist ein Verrückter“, wie die Schweizer Plattform Watson dokumentierte. Thierry Henry, einst Sturmpartner Messis beim FC Barcelona, fand die meistzitierte Formulierung des Abends: „Dieser Typ ist nicht von dieser Welt. Er hat uns daran erinnert, weshalb er ist, wer er ist. Leo ist einfach anders.“ Zlatan Ibrahimović, mit 44 Jahren längst aus dem Profibetrieb zurückgezogen, postete: „Ich habe es gesagt: Schaut zu und genießt es! Das haben wir getan.“

Ich rechne damit, dass mein Rekord in diesem Turnier fällt.
- Miroslav Klose, Süddeutsche Zeitung

Klose: „Messi ist ein Genie“

Der Deutsche, dessen Bestmarke nun erstmals seit zwölf Jahren ins Wanken geraten ist, hatte sich vor Turnierbeginn bereits öffentlich mit dem möglichen Verlust seines Rekords auseinandergesetzt. „Ich rechne damit, dass mein Rekord in diesem Turnier fällt“, sagte Klose vor wenigen Tagen der Süddeutschen Zeitung. Sollte es soweit kommen, dürfe „das gerne Messi machen“, zitierte ihn der Sender Eurosport. „Ich bin ein großer Fan von Messi, schon immer gewesen. Messi ist ein Genie.“ Der heute 48-Jährige hatte seine 16 Treffer zwischen 2002 und 2014 erzielt.

Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino schaltete sich ein. „Dieser Meilenstein spiegelt Ihre zeitlose Brillanz wider, mit der Sie weiterhin Millionen von Menschen auf der ganzen Welt Freude bereiten“, schrieb Infantino in einer auf den Plattformen des Weltverbands veröffentlichten Glückwunschbotschaft an Messi. Quarterback Patrick Mahomes, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgt hatte und in Kansas City Heimrecht besitzt, antwortete in den sozialen Medien mit dem GOAT-Emoji - dem Kürzel für „Greatest of All Time“.

Aus dem argentinischen Lager

Aus der Albiceleste kamen die emotionalsten Töne. Liverpools Mittelfeldspieler Alexis Mac Allister sagte argentinischen Sendern: „Es gibt keine Worte mehr, um das zu beschreiben.“ Mac Allister nutzte den Moment, um sich gegen die Kritiker zu wenden, die im Vorfeld die Berufung des 38-jährigen Kapitäns hinterfragt hatten. Verteidiger Nicolás Otamendi hatte bereits am Vorabend gegenüber der österreichischen Plattform Laola1 die Rollenverteilung im Team bekräftigt: „Es ist immer eine Ehre, mit dem größten Fußballer aller Zeiten zu spielen. Wir wollen für ihn da sein, wollen ihm dienen.“

Im Hintergrund wächst zugleich der Druck von der französischen Seite: Kylian Mbappé hat mit seinem Doppelpack gegen Senegal seine WM-Bilanz auf 14 Treffer geschraubt - zwei weniger als Klose und Messi, wie die Sportschau in ihrem Liveblog dokumentiert. Sollte Frankreich tief ins Turnier vorstoßen und Argentinien zugleich früher stolpern, könnte der 27-jährige Pariser den deutschen Rekordhalter überholen, bevor es Messi gelingt. Für die Albiceleste geht es am Samstag in Houston gegen Österreich weiter, das parallel 0:0 gegen Jordanien gespielt hatte.