Malaika Mihambo geht bei der Leichtathletik-EM in Birmingham ohne Medaille nach Hause. Im Finale am Sonntagabend im Alexander Stadium sprang die zweimalige Weltmeisterin 6,94 Meter und landete damit hinter Larissa Iapichino (Italien/7,00 m), Jazmin Sawyers (Großbritannien/6,99 m) und Hilary Kpatcha (Frankreich/6,98 m) auf Rang fünf. Es ist ihr erstes Großereignis ohne Podestplatz seit 2016.
Der Wettkampf zerbrach früh. Mihambo eröffnete stark, dann folgten drei ungültige Sprünge in Serie. Zurück im Rhythmus kamen erst 6,70 Meter im fünften Versuch, im sechsten steigerte sie sich auf 6,86 Meter - für die Medaille hätte sie einen halben Meter besser landen müssen. In der Qualifikation am Freitag hatte sich die 32-Jährige noch mit 7,10 Metern im letzten Sprung ins Finale gerettet, wie die Sportschau berichtete.
Mein Herz tut weh.
Nach dem Wettkampf war Mihambo sichtlich getroffen, aber gefasst. „So ist der Sport. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man“, sagte sie im ZDF. „Wenn man den Leistungssport mit Leidenschaft macht, dann gibt man immer auch einen Teil von sich selbst.“ Auf leichtathletik.de ergänzte sie: „Sauer bin ich nicht. Ich habe einen guten Wettkampf gemacht.“ Zorn und Selbstvorwürfe blieben aus - die Enttäuschung war die einer Sportlerin, die im Anflug die Millimeter verlor, an denen sich in ihrer Disziplin alles entscheidet.
Ein Podium so eng wie selten
Der Wettkampf war eines der dichtesten Weitsprung-Finale der EM-Geschichte: Zwischen Gold und Bronze lagen zwei Zentimeter. Nur einmal zuvor, 1998 in Budapest, hatten 6,94 Meter bei einer Europameisterschaft nicht für eine Medaille gereicht. Iapichino, Tochter der Weitsprung-Weltmeisterin Fiona May, holte mit 7,00 Metern ihren ersten großen internationalen Titel bei den Erwachsenen. Mihambo bleibt trotz des Rückschlags Deutschlands Aushängeschild in der Disziplin - sie hat bereits angekündigt, die Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles fortzusetzen.