Das US-Militär hat laut einem CNN-Bericht vom Mittwoch Angriffspläne gegen den Iran ausgearbeitet, die den Einsatz der GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast einschließen. Die konventionelle Fliegerbombe, in den USA als „Mother of All Bombs“ und auf Deutsch als „Mutter aller Bomben“ bekannt, ist mit rund zehn Tonnen Gewicht und 8,48 Tonnen Sprengstoff die stärkste nichtatomare Waffe im US-Arsenal. CNN beruft sich auf mehrere mit der Planung vertraute Regierungsvertreter.

Als mögliche Ziele nennt der Bericht iranische Nuklearanlagen und Teile der Energieinfrastruktur. Darunter soll der tief in Granit vergrabene Komplex „Pickaxe Mountain“ sein, den iranische Stellen seit Jahren ausbauen. Die Entscheidung über eine Freigabe liege ausschließlich bei Präsident Donald Trump, so die Washingtoner Quellen gegenüber dem Sender. Trump hatte am 8. Oktober erklärt, vor den Zwischenwahlen am 3. November keine neuen Schläge gegen den Iran anordnen zu wollen.

Der Konflikt zwischen Washington, Jerusalem und Teheran läuft seit März 2026 mit wechselnder Intensität. Nach den gemeinsamen US-israelischen Schlägen gegen Raketen- und Militäranlagen des Iran war im Juni eine Absichtserklärung zur Deeskalation unterzeichnet worden, ein belastbarer Waffenstillstand kam bisher nicht zustande. Iran fordert einen vollständigen US-Rückzug aus der Region als Vorbedingung für Verhandlungen, Washington lehnt das ab.

Die GBU-43 wurde nicht ursprünglich für Angriffe auf tief vergrabene Ziele entwickelt, sondern um mit massiver Sprengkraft maximale Flächenwirkung zu erzielen.
- Max Mutschler, Bonn International Centre for Conflict Studies

Experten halten die Wirkung für begrenzt

Fachleute bezweifeln, dass die GBU-43 iranische Bunkeranlagen tatsächlich zerstören könnte. Die Bombe detoniert kurz über dem Boden, um ihre Druckwelle über eine Fläche von bis zu neun Häuserblocks zu entfalten. Für das Durchschlagen massiver Granitschichten fehlt ihr die harte Panzerhülle. Max Mutschler vom Bonn International Centre for Conflict Studies hält deshalb den militärischen Nutzen gegen gehärtete Nuklearziele für begrenzt und verweist im Tagesspiegel auf nichtmilitärische Wege wie das Atomabkommen von 2015.

Für Angriffe auf tief vergrabene Anlagen ist im US-Arsenal die GBU-57 Massive Ordnance Penetrator vorgesehen, die anders als die GBU-43 für den Erdeinschlag konstruiert ist. Zugleich betonen die zitierten US-Vertreter laut Berliner Zeitung, dass militärische Planung keinen bevorstehenden Angriff bedeute: Die Streitkräfte entwickelten regelmäßig verschiedene Handlungsoptionen, über deren Umsetzung die politische Führung entscheide. Bisher wurde die GBU-43 nur ein einziges Mal eingesetzt, im April 2017 gegen ein Tunnelsystem der Terrormiliz IS in Afghanistan.