In der Nacht zum Freitag schiebt sich der Kernschatten der Erde über 93 Prozent des Vollmonds. Nach Angaben des Fachportals mondfinsternis.net und übereinstimmend mit ZDFheute tritt der Mond um 4:33 Uhr MESZ in den Kernschatten ein, das Maximum der partiellen Phase erreicht die Verfinsterung um 6:13 Uhr MESZ. Zu diesem Zeitpunkt steht der Erdtrabant nach Rechnung des Astrophysikers Klaus-Peter Schröder in „Spektrum der Wissenschaft“ nur noch rund zwei Grad über dem Südwesthorizont - kurz darauf verschwindet er in der Dämmerung hinter der Kimm.
Sichtbar ist das Schauspiel prinzipiell in ganz Deutschland, wie t-online berichtet. Die besten Chancen haben Beobachterinnen und Beobachter im Südwesten: In Freiburg lässt sich der tief in den Kernschatten getauchte Mond bis kurz vor 6 Uhr verfolgen, in Berlin ist die Show mit dem Sonnenaufgang schon gegen 5:40 Uhr zu Ende. Die Monduntergänge staffeln sich laut t-online zwischen 6:30 Uhr in Hamburg und 6:51 Uhr in Dortmund und Düsseldorf.
Die anfängliche Halbschattenphase ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, ab 4:33 Uhr wird sie klar sichtbar.
Weil der Mond nicht mittig durch den Kernschatten läuft, bleibt am nördlichen Rand eine schmale Sichel im indirekten Sonnenlicht stehen. Der verfinsterte Teil kann laut Spektrum in kupfriges Rot getaucht erscheinen, weil die Erdatmosphäre langwelliges Sonnenlicht in den Schattenkegel bricht. Bei einer partiellen Finsternis fällt der Effekt allerdings deutlich schwächer aus als bei einer totalen.
Wetter spielt vielerorts nicht mit
Die Beobachtung wird vom Wetter erschwert. Der Deutsche Wetterdienst rechnet nach Angaben von ZDFheute mit dichter Bewölkung, Schauern und lokalen Gewittern, die von Westen heranziehen. DWD-Meteorologe Tobias Reinartz verwies gegenüber ZDFheute darauf, dass die östlichen Landesteile die verlässlichsten Wolkenlücken bieten. Für das Ruhrgebiet meldeten die Ruhrnachrichten in der Nacht zum 28. August „erhebliche Bewölkung, örtlich mit Gewittern, Starkregen und Hagel“. Der Sonnenaufgang in NRW um 6:37 Uhr überdeckt den Höhepunkt ohnehin.
Wer die Finsternis sehen will, braucht eine freie Sicht in Richtung West bis Südwest sowie eine erhöhte Position - ein Hügel, ein Aussichtsturm oder das obere Stockwerk eines Hauses reichen laut Ruhrnachrichten. Eine Schutzbrille wie bei einer Sonnenfinsternis ist nicht nötig; ein Fernglas verstärkt Details wie den Farbverlauf am Schattenrand. Die nächste totale Mondfinsternis, bei der der Erdtrabant komplett in den Kernschatten eintaucht, ist von Deutschland aus laut t-online am 31. Dezember 2028 zu sehen.