Der vorletzte Fall mit Alexander Held hat am Samstagabend die Primetime im deutschen Fernsehen entschieden. Die ZDF-Ausstrahlung von München Mord: Die Stadt, die es nicht gibt sahen ab 20.15 Uhr im Schnitt 4,03 Millionen Menschen, der Marktanteil lag bei 20,1 Prozent. Nur die Tagesschau erreichte an diesem Abend ein größeres Publikum, wie DWDL und Quotenmeter am Sonntag berichteten.
Es ist die 23. Folge der seit 2014 laufenden Reihe - und die vorletzte, in der Held die Rolle des Kommissars Ludwig Schaller spielt. Der Schauspieler war am 12. Mai 2026 im Alter von 67 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben, wie das ZDF damals mitteilte. Zwei fertig produzierte Folgen befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Archiv des Senders; die zweite, Das Recht auf Glück, ist bereits in der ZDF-Mediathek verfügbar und soll im Dezember im linearen Programm folgen.
Ein Toter bei einer 80er-Party
Der Fall führt das Ermittlertrio Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Schaller in Münchens jüngere Vergangenheit. Nora Plötz stirbt nach einer 80er-Jahre-Party an einer tödlichen Injektion; K.-o.-Tropfen im Punsch löschen die Erinnerung aller Gäste. Beatrice Richter ist als Norries Ziehmutter Thekla Weingärtner besetzt, Eva Karl Faltermeier gibt die neue Kriminaloberrätin Dr. Linda Hösl - eine Rolle, die den nach zwölf Jahren ausgeschiedenen Christoph Süß ersetzt. Regie führte Eva Spreitzhofer.
Der reale Tod lässt sich nicht überblenden.
Kritiker Rainer Tittelbach schrieb in seiner Rezension auf tittelbach.tv, der reale Tod des Schauspielers gebe der Ausstrahlung eine Schwere, die sich nicht wegblenden lasse - ein unbeabsichtigter Ernst, der die Folge aus dem gewöhnlichen Krimifach heraushebe. Die Abendzeitung München verwies zusätzlich darauf, dass die letzte Folge Das Recht auf Glück im November und Dezember 2025 gedreht wurde, also vor Helds Erkrankung. In deren Schlussszene reflektiert Schaller: Glück haben sei eine Kunst - danach zieht das Team gemeinsam in den Feierabend.
Wie es mit München Mord weitergeht, hat das ZDF bereits erklärt: Die Samstagskrimireihe wird fortgesetzt, ab Herbst sollen zwei weitere Folgen mit Heerwagen und Mittermeier entstehen. Die Rolle des Ludwig Schaller wird nicht neu besetzt. Konkurrenz hatte die Ausstrahlung am Samstag reichlich - Sat.1 zeigte parallel den Franz-Beckenbauer-Supercup zwischen Dortmund und Bayern -, was München Mord den erfahrungsgemäß möglichen Weg an die Fünf-Millionen-Marke verstellte. Für einen Krimi ohne aktuelle Produktion und mit einem Hauptdarsteller, den es nicht mehr gibt, bleibt der Abend gleichwohl ein deutlicher Publikumszuspruch.