Das ZDF hat sein Programm am Mittwochabend kurzfristig geändert und in Erinnerung an den am Vortag bekannt gewordenen Tod von Alexander Held die „München Mord“-Folge „Das Kamel und die Blume“ gezeigt. Die Episode von Regisseur Matthias Kiefersauer aus dem Jahr 2021, in der Helds Figur Ludwig Schaller einen Explosionstod in einer Schrebergartensiedlung aufklärt, lief am 20. Mai um 20:15 Uhr. Bereits am Vorabend hatte ZDFneo zwei „Stralsund“-Filme mit Held programmiert: „Waffenbrüder“ um 20:15 Uhr, „Die rote Linie“ um 21:45 Uhr.
Die Sender-Sondersendung knüpft an die Trauerbotschaft an, die das ZDF am 19. Mai veröffentlicht hatte und über die wir am Vortag berichtet hatten. Held war am 12. Mai nach kurzer Krankheit gestorben, sein Tod wurde erst eine Woche später öffentlich. Seit 2010 hatte er in „Stralsund“ den Kriminalhauptkommissar Karl Hidde gespielt, seit 2014 in „München Mord“ als Ludwig Schaller ermittelt. In 22 Episoden der Münchner Reihe stand er vor der Kamera.
Wenn ich an Alexander Held denke, dann denke ich an seinen hintergründigen, melancholischen Blick, der seinem Spiel eine philosophische Note gab.
Drei abgedrehte Produktionen mit Held warten nun auf ihre Erstausstrahlung: zwei weitere „München Mord“-Folgen sowie der „Stralsund“-Film mit dem Arbeitstitel „Dunkle Tiefen“. Sendetermine teilte das ZDF in seiner Pressemitteilung am 19. Mai nicht mit. Ob die Reihen mit neuen Hauptdarstellern fortgesetzt werden, ließ der Sender ebenfalls offen. „München Mord“ ist gemeinsam mit „Stralsund“ eine der tragenden Säulen des ZDF-Samstagskrimis und lief zuletzt in der Hauptsendezeit auf konstant gutem Marktanteilsniveau.
Kollegen und Regisseur reagieren auf Instagram
Die langjährigen Schaller-Kolleginnen und Kollegen meldeten sich auf Instagram zu Wort. Bernadette Heerwagen und Marcus Mittermeier, die seit Beginn an Helds Seite ermittelt hatten, schrieben, sie hätten „keinen Drehtag“ gehabt, den sie mit ihm nicht genossen hätten - er sei „ein großartiger Schauspieler und ein feiner Mensch“ gewesen. Regisseur Matthias Kiefersauer, der „Das Kamel und die Blume“ inszeniert hatte, kommentierte schlicht, es sei „eine Ehre“ gewesen, mit Held zu arbeiten. Die Reaktionen reihten sich in eine Welle von Beileidsbekundungen ein, die von Theaterhäusern über Tatort-Kolleginnen bis ins Auswärtige Kulturpolitik-Umfeld reichten.
Helds Karriere hatte 1978 an der Otto-Falckenberg-Schule in München begonnen, danach folgten Engagements an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Hannover, an der Freien Volksbühne Berlin und am Theater Basel. Im Kino spielte er Nebenrollen in Steven Spielbergs „Schindlers Liste“, in „Der Schuh des Manitu“ und in Marc Rothemunds „Sophie Scholl - Die letzten Tage“. Mit „Stralsund“ 2010 wurde er endgültig zum bundesweiten Fernsehgesicht.