Der Waldbrand im Osten des Müritz-Nationalparks hat sich nach Angaben der Einsatzleitung bis Freitag auf rund 388 Hektar ausgeweitet. Rund 370 Einsatzkräfte kämpfen seit Tagen gegen die Flammen, die Bundeswehr unterstützt seit Donnerstag mit zwei CH-53-Hubschraubern aus dem Luftwaffen-Hubschraubergeschwader 64 im brandenburgischen Holzdorf. Die Bewohner des Ortsteils Granzin in der Gemeinde Kratzeburg - etwas mehr als 100 Menschen - bleiben evakuiert. Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar.
Der größte Teil der betroffenen Fläche ist mit Munition aus Truppenübungsplatz-Zeiten belastet. Die Kameraden könnten sich dem Feuer nicht bis zum Brandherd nähern, weil in der Erde noch immer scharfe Munition liegt, sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte im ZDF. In der Fläche seien Panzersprenggranaten und phosphorhaltige Munition dokumentiert, immer wieder detonierten Munitionsreste in der Hitze. Ein ABC-Erkundungstrupp der Feuerwehr sichert die Löscharbeiten aus der Distanz ab.
Ansonsten wäre das Feuer längst aus, weil die Feuerwehrleute längst in das Gebiet vorgedrungen wären.
Bundeswehr sichert Dorf und Bahnstrecke
Der Einsatz der beiden CH-53 zielt nach Angaben der Bundeswehr darauf, die Waldflächen nördlich von Granzin und den Streifen entlang der Bahnstrecke Berlin-Rostock so nass zu halten, dass die Flammen weder ins Dorf noch auf die Gleise übergreifen können. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich zuversichtlich, dass die Einsatzkräfte den Brand „voll im Griff“ hätten. Die Bevölkerung im weiteren Umkreis wurde per Warn-App über Rauch- und Geruchsentwicklung informiert.
Der Nationalpark im Süden Mecklenburg-Vorpommerns ist mit rund 32.000 Hektar Deutschlands größter zusammenhängender Waldnationalpark. Große Teile des Ostgeländes waren zu DDR-Zeiten militärisches Übungsgelände und sind bis heute nicht munitionsfrei geräumt - ein Erbe, das die Löscharbeiten bei den Bränden der vergangenen Jahre wiederholt zu einem der schwierigsten Einsätze der deutschen Feuerwehren gemacht hat. Für das Wochenende erwartet der Deutsche Wetterdienst punktuell Gewitter im Nordosten, an eine schnelle Entwarnung glaubt in der Einsatzleitung derzeit niemand.