Julian Nagelsmann hat in der Nacht zum Sonntag in Houston zwei Personalien bestätigt, die in den vergangenen Tagen offen waren: Manuel Neuer beginnt im Tor, Nathaniel Brown spielt links hinten. „Alle Spieler sind gesund - und Manu wird beginnen“, sagte der Bundestrainer auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem WM-Auftakt gegen Curaçao am Sonntagabend (19 Uhr MESZ, ARD). Für Neuer ist es das erste Länderspiel nach 709 Tagen, das letzte hatte er beim EM-Aus 2024 gegen Spanien bestritten.
Brown setzt sich in der Hierarchie gegen Leipzigs David Raum durch. Der 22-jährige Frankfurter hatte sich in der Vorbereitung in Winston-Salem ins Team gespielt. Normalerweise gebe er solche Personalien nicht preis, sagte Nagelsmann mit Blick auf die Frage nach der Aufstellung, „aber heute mache ich eine Ausnahme“. In der Innenverteidigung dürften Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah verteidigen, rechts hinten kommt Joshua Kimmich.
Den größeren Wirbel löste vor der PK ein anderes Thema aus. Jürgen Klopp hatte am MagentaTV-Studio in Houston süffisant kommentiert: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf - noch.“ Das „noch“, das in Richtung September und der Vertragsverlängerung des Bundestrainers zielte, ließ Klopps Nebenmann Thomas Müller breit grinsen. Auf der PK wurde Nagelsmann darauf angesprochen. „Gut, dann nächste Frage“, sagte er zunächst trocken. Später schob er nach, er finde es nicht richtig, die Sache öffentlich zu diskutieren: „Jeder soll die Lage für sich selbst einschätzen.“
Gut, dann nächste Frage.
Klopp und Müller seien „coole Typen“ mit großen Erfolgen im Fußball, sagte Nagelsmann der Nachrichtenagentur sid. Er werde sich auf seine Arbeit konzentrieren und auf das Spiel gegen Curaçao. Inhaltlich blieb der 38-Jährige in der Sache aber knapp - und ließ die Antwort auf Klopps Stich offen, was die Reporter im Saal als bewusstes Signal werteten.
Milchreis und ein Pokal-Vergleich
Vor dem Anstoß um 12 Uhr Ortszeit in Houston werde es im Mannschaftshotel den traditionellen Milchreis geben, verriet Nagelsmann beim ZDF. „Ich hoffe, der ist da. Ich esse den auch.“ Der Bundestrainer äußerte sich erleichtert über die frühe Anstoßzeit: „Ich bin froh, dass es relativ früh losgeht und du nicht ewig im Hotel hockst. Die Tage werden extrem lang, wenn du erst abends spielst.“
Curaçao, WM-Debütant mit nur 156.000 Einwohnern, sei nicht zu unterschätzen, warnte Nagelsmann. Etwa 90 Prozent der Spieler stammten aus niederländischen Jugendnationalmannschaften. „Es ist wie im DFB-Pokal, wo David-gegen-Goliath-Geschichten immer wieder passieren, weil wenige Tore fallen“, sagte er. Die deutsche Mannschaft müsse von Beginn an die Linien vorgeben.
Im Anschluss an die PK reiste die DFB-Elf zum Walkaround im NRG Stadium. Houston meldet für Sonntagmittag 32 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit, das Stadion ist überdacht und klimatisiert. Nach dem Auftakt gegen Curaçao trifft Deutschland am 18. Juni in Atlanta auf die Elfenbeinküste und am 23. Juni in Dallas auf Ecuador.