Am DFB-Campus in Frankfurt am Main hat Julian Nagelsmann am Donnerstag seinen 26-Mann-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vorgestellt. Wie wir am 12. Mai berichteten, hatte der Bundestrainer den Termin um neun Tage nach hinten verlegt, um den Bundesliga-Endspurt, das DFB-Pokal-Finale und die Relegationsspiele in seine Auswahl einbinden zu können. Die zentralen Personalien stehen jetzt fest: Manuel Neuer kehrt nach seinem Rücktritt 2024 als Nummer eins ins Tor zurück, Bayerns 17-jähriger Lennart Karl fährt mit, ebenso Leroy Sané. Said El Mala dagegen fehlt, ebenso Karim Adeyemi und Matthias Ginter.
Die Rückkehr des Bayern-Torwarts ist die zentrale Entscheidung des Bundestrainers. Auf der Pressekonferenz in Frankfurt sagte Nagelsmann laut t-online und Sky: „Manu hat etwas, was ihn umgibt aufgrund der Erfolge, was einer Mannschaft hilft.“ Und: „Jeder weiß, welche Aura Manu umgibt. Planen mit ihm als Nummer eins.“ Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) und Alexander Nübel (VfB Stuttgart) reisen als zweiter und dritter Keeper mit, Bayern-Talent Jonas Urbig trainiert als vierter Torwart ohne Spielrecht im Quartier mit.
Dass Baumann seinen Platz an Neuer abgibt, beschrieb Nagelsmann gegenüber t-online als „ein Schlag“ für den Hoffenheimer, der in der vergangenen Saison als Stammtorhüter gesetzt war. An der Entscheidung ändere das nichts: „Die Entscheidung steht so und ist in meinen Augen die richtige.“ Baumann bleibe in der Rangfolge eine „Weltklasse-1b“-Lösung.
Manu hat etwas, was ihn umgibt aufgrund der Erfolge, was einer Mannschaft hilft.
Karl, Woltemade, Amiri - die Überraschungen
Sportlich auffällig ist die Nominierung von Lennart Karl. Der 17-jährige Offensivspieler des FC Bayern fährt nach seiner ersten Profisaison zur WM, ohne ein A-Länderspiel in den Beinen zu haben. Auch Stuttgarts Nick Woltemade ist dabei, im Mittelfeld kehrt mit Nadiem Amiri vom 1. FSV Mainz 05 ein Spieler ins Aufgebot zurück, der lange außerhalb des Nationalmannschafts-Radars war. Im Mittelfeld setzt Nagelsmann auch auf Jamal Musiala, der nach seiner Verletzungspause wieder fit ist.
Auf der Streichliste stehen Said El Mala vom 1. FC Köln, Karim Adeyemi von Borussia Dortmund und Freiburgs Innenverteidiger Matthias Ginter. Auch Maximilian Beier (BVB) schaffte es nicht in die 26. Laut Sportschau und kicker führte Nagelsmann „natürlich extrem viele Diskussionen“ im Trainerstab. Die seien jetzt aber abgeschlossen: „Die internen Diskussionen sind vorbei. Die Jungs sind mega heiß und das Trainerteam ebenso.“
Bayern stellt sieben, Kimmich führt
Joshua Kimmich, mit 108 Länderspielen einer der erfahrensten Spieler im Aufgebot, geht als Kapitän in seine dritte Weltmeisterschaft. Der FC Bayern stellt mit Neuer, Kimmich, Pavlović, Tah, Goretzka, Karl und Musiala sieben Spieler, plus Trainings-Keeper Urbig. Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart kommen auf jeweils vier Profis. Drei der Auserwählten spielen in der englischen Premier League: Florian Wirtz (Liverpool), Kai Havertz (Arsenal) und Pascal Groß (Brighton). Leroy Sané kehrt nach seinem Wechsel in die Türkei von Galatasaray zurück in die DFB-Elf.
Was bis zum Anpfiff folgt
Schon am Mittwoch, dem 27. Mai, startet das Trainingslager im adidas-Hauptquartier in Herzogenaurach. Vier Tage später trifft Deutschland in Mainz auf Finnland (31. Mai, 20.45 Uhr, ZDF). Am 2. Juni fliegt die Mannschaft von Frankfurt aus in die USA, am 6. Juni folgt in Chicago die Generalprobe gegen den Mitgastgeber USA. Das Turnier-Quartier schlägt das DFB-Team ab dem 8. Juni in Winston-Salem in North Carolina auf. Am 14. Juni startet Deutschland in Houston gegen Curaçao in die Gruppe E - die ungewöhnlichste Auftaktpaarung der DFB-WM-Historie.