Die New York Knicks haben in der Nacht zum Samstag (deutscher Zeit) auch das zweite Spiel der NBA-Finals 2026 gewonnen. Beim 105:104 in San Antonio sorgte ein folgenschwerer Ballverlust von Spurs-Center Victor Wembanyama in der Schlussphase für die Vorentscheidung. Die Serie steht damit 2:0 für die Knicks, die ihren ersten Titel seit 1973 ansteuern.

Lange hatte vieles auf einen klaren Knicks-Sieg hingedeutet. Mitte des vierten Viertels führte das Team aus dem Madison Square Garden mit 14 Punkten, die Siegwahrscheinlichkeit lag laut ESPN Analytics bei 98,2 Prozent. Dann brachte ein 14:0-Lauf der Spurs, getragen vom linkshändigen Backcourt-Duo De'Aaron Fox und Dylan Harper, die Heimmannschaft mit 104:102 in Führung.

13,5 Sekunden vor Schluss legte Knicks-Kapitän Jalen Brunson dann einen Wurf zur Führung daneben. Den Rebound holte sich Wembanyama, entschied sich für einen langen Pass auf Rookie Stephon Castle und traf den Mitspieler im Rücken. Brunson schnappte den abgeprallten Ball, wurde sofort von Wembanyama gefoult und verwandelte einen seiner beiden Freiwürfe zur 105:104-Führung. Den letzten Wurfversuch des Spurs-Centers, einen Sprungwurf von der Ellbogen-Linie, blieb am Ring liegen.

Ich habe es vermasselt.
- Victor Wembanyama nach Spiel 2, zitiert nach SPOX

Wembanyama kam auf 29 Punkte, leistete sich aber sechs Ballverluste. Schon nach Spiel 1 hatte sich der 22-jährige Franzose laut basketball-world.news ähnlich knapp eingestanden: „Heute war ich schlecht. Komplizierter ist es nicht.“ Damals war er bei sechs von 21 Versuchen aus dem Feld gescheitert.

Knicks-Defense entschlüsselt den Größten

Die zweite Niederlage in Folge gegen die Knicks führen US-Analysten vor allem auf das defensive Konzept der Gäste zurück. Karl-Anthony Towns, eigentlich offensiv ausgerichteter Center, neutralisiert Wembanyama direkt am Korb. Die Wing-Verteidiger OG Anunoby und Mikal Bridges schneiden die Passwege ab und blockieren die typische Spin-Bewegung des Franzosen zur linken Hand. Towns kam selbst auf 21 Punkte und 13 Rebounds, Bridges traf acht von 13 Würfen und steuerte 20 Zähler bei. Brunson, dem nur 7 von 25 Versuchen gelangen, erzielte 13 seiner 20 Punkte allein im Schlussabschnitt.

Erst zwei Teams in der NBA-Geschichte haben die ersten beiden Finalspiele auswärts gewonnen - die Chicago Bulls 1993 und die Houston Rockets 1995. Beide wurden anschließend Meister. Die Knicks, die seit 1973 auf einen Titel warten, treten am Montag (Ortszeit) erstmals seit 1999 wieder zu einem Finalspiel im Madison Square Garden an. Wembanyama, der nach dem Schlusspfiff lange auf dem Parkett gesessen hatte, gegenüber Reportern: „Ich habe es vermasselt. So einfach ist das.“