Am DFB-Campus in Frankfurt am Main hat Manuel Neuer am Pfingstmontag erstmals seit seiner Wadenverletzung wieder als Torwart trainiert. Der 40-Jährige absolvierte beim öffentlichen Training der Nationalmannschaft zunächst lockere Läufe und Sprints, ehe er sich ins Tor stellte und Schüsse parierte, wie die Sportschau berichtete.
Damit nimmt der Bayern-Kapitän nach Wochen reduzierter Belastung wieder den vollen Trainingsbetrieb auf. Beim Testspiel gegen Finnland am Sonntag in Mainz hatte er noch zugeschaut, im Tor stand Oliver Baumann. Wie wir am 26. Mai berichteten, hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann Neuer trotz der Blessur in den 26er-Kader für die Heim-WM nominiert und zur Nummer eins erklärt. Baumann nannte der Bundestrainer dabei eine „Weltklasse-1b-Lösung“.
Neuers letzter Pflichtspielauftritt für die DFB-Elf liegt fast zwei Jahre zurück: das EM-Viertelfinale gegen Spanien am 5. Juli 2024, das Deutschland mit 1:2 nach Verlängerung verlor. Im Anschluss trat er aus der Nationalmannschaft zurück, im Frühjahr 2026 kehrte er auf Anfrage Nagelsmanns wieder zurück. Vor dem Finnland-Spiel sprach der Bundestrainer von „guten Fortschritten“ in der Reha, wollte aber nichts überstürzen.
Niemand muss sich Sorgen machen.
Das DFB-Team fliegt am Dienstagvormittag mit einem Lufthansa-Charter aus Frankfurt nach Chicago. Dort ist bis 7. Juni ein einwöchiges Trainingslager angesetzt. Am Samstagabend wartet im Soldier Field zur Generalprobe der WM-Gastgeber USA, Anpfiff ist 20.30 Uhr deutscher Zeit, RTL überträgt live. Ob Neuer dort sein 125. Länderspiel und damit seinen ersten Auftritt im Nationaltrikot seit dem EM-Aus 2024 bestreitet, lässt der Bundestrainer offen. Intern wächst die Zuversicht.
Nach dem USA-Test reist die Mannschaft am 8. Juni weiter ins Team Base Camp in Winston-Salem (North Carolina). Vom dortigen Quartier aus startet Deutschland am 14. Juni im NRG Stadium in Houston mit dem Auftaktspiel der Gruppe E gegen Curaçao in die Weltmeisterschaft.