Amon-Ra St. Brown hat auch im dritten Saisonspiel getroffen. Der deutsch-amerikanische Wide Receiver fing am Sonntagabend im Ford Field einen 4-Yard-Pass von Quarterback Jared Goff zum 10:7 und legte damit den Grundstein für den 31:24-Sieg der Detroit Lions gegen die New York Jets. Es war St. Browns fünfter Touchdown in drei Partien - kein Receiver in der NFL hat 2026 mehr Zonenbesuche vorzuweisen.
Zum Matchwinner wurde der Deutsch-Amerikaner diesmal aber nicht. Diese Rolle übernahm Runningback Jahmyr Gibbs, der laut ESPN mit zwei Laufraumdurchbrüchen sowie einem 11-Yard-Fang gegen 2:25 vor Schluss dreifach in die Endzone kam. Gibbs' 17-Yard-Run im dritten Viertel, bei dem er das Spielfeld quer nach links zog und sich durch eine überforderte Jets-Verteidigung schlängelte, gilt bereits als eine der Aktionen der frühen NFL-Saison. Insgesamt kam er auf 99 Yards Laufleistung und 65 Yards Raumgewinn als Passempfänger.
Gibbs hat einen Gang zugelegt, sobald wir ihn in der zweiten Hälfte ins Spiel gebracht haben.
Detroit hatte lange kontrolliert und dann fast noch die Führung aus der Hand gegeben. Jets-Quarterback Geno Smith spielte laut Kicker-Statistikbogen 31 seiner 37 Pässe an - 321 Yards, drei Touchdowns, ohne Interception. Erst ein Touchdown-Fang von Garrett Wilson, dann ein weiterer auf Tight End Jeremy Ruckert brachten die Jets in Reichweite, ehe Sterling Shepard eine Zwei-Punkte-Konvertierung zum 24:24 fing. Vier Minuten vor Schluss war das Duell offen.
Entschieden hat es dann eine Defensivaktion. Nach Gibbs' Führungstouchdown startete Detroits Defensive Coordinator Kelvin Sheppard in der Schlussminute einen Safety-Blitz. Chuck Clark kam ungeblockt durch, riss Smith den Ball aus der Hand, Linebacker Jack Campbell sicherte den Fumble. Weil die Jets keine Auszeiten mehr hatten, war die Partie damit gelaufen. Für Detroit ist es der zweite Saisonsieg nach der Auftaktleistung gegen New Orleans und der Woche-2-Niederlage in Buffalo. Die Jets bleiben bei 1-2.
München-Countdown läuft
Für St. Brown, dessen Mutter Miriam aus Leverkusen stammt, ist das Erfolgserlebnis zusätzlich mit Blick auf den 15. November aufgeladen. Dann treffen die Lions in der Allianz Arena auf die New England Patriots - das erste NFL-Regular-Season-Spiel in München seit 2022. „Es ist ein Traum von mir, seit ich in der Liga bin, ein Spiel im Heimatland meiner Mutter zu bestreiten", hatte St. Brown im Frühjahr in einer Mitteilung der NFL gesagt. Vier von seinen 23 Fängen in dieser Saison bringen ihn dem Termin einen kleinen Schritt näher.
Sportlich läuft der Angriff auch ohne Torreiche-Ausbeute des Deutsch-Amerikaners. Goff traf 25 seiner 32 Pässe für 269 Yards und zwei Touchdowns ohne Interception; sein Passer-Rating von 122,5 war laut ran.de eine seiner besten Vorstellungen der jungen Saison. Dass St. Brown mit lediglich 19 Passing-Yards die statistisch dünnste Partie seiner Karriere spielte und trotzdem ins Torschützenverzeichnis kam, unterstreicht, wie systematisch Detroit die Redzone besetzt: Für Head Coach Dan Campbell zählt am Ende, dass das Team am Ford Field weiter zu Hause ungeschlagen ist.