Die Indianapolis Colts haben am Sonntagabend im Tottenham Hotspur Stadium den Auftakt zur Londoner NFL-Triple-Woche gewonnen. Beim 30:13 gegen die Washington Commanders rannte Running Back Jonathan Taylor für zwei Touchdowns, Quarterback Daniel Jones legte in Viertel vier aus vier Yards einen weiteren nach. Für Indianapolis ist es nach einem zähen Start der dritte Auswärtssieg im dritten Spiel auf europäischem Boden - die Colts verbessern ihre Bilanz damit auf 2-2.
Washingtons Niederlage wurde früh von Personalausfällen überschattet. Spielmacher Jayden Daniels fehlte nach einer in Dallas erlittenen Ellenbogenverletzung erneut; Vertreter Marcus Mariota verletzte sich laut Sky Sports im zweiten Viertel nach einem Sack am Knie. Head Coach Dan Quinn musste daraufhin auf den Siebtrunden-Pick Athan Kaliakmanis zurückgreifen - für den Rookie war es das NFL-Debüt. Er traf 15 seiner 33 Pässe für 186 Yards, warf einen Touchdown und eine Interception. Daniels soll laut NFL-Network-Reporter Ian Rapoport in der kommenden Woche gegen die New York Giants zurückkehren.
Taylor nutzte die Schwächephase der Commanders-Defense konsequent aus. 20 Läufe, 95 Yards, zwei Touchdowns - und nach dem ersten Zonenbesuch ließ er sich im Rasen nieder, setzte eine imaginäre Tasse an die Lippen und mimte das Teetrinken. Nach dem zweiten Treffer winkte er wie eine Royal in die Kurve. Auf die Frage, was er da genau zelebriert habe, blieb der 27-Jährige in der Pressekonferenz trocken: „Das war Tee. Ich hatte gestern Abend Jasmine Silver Tip zum Essen und wollte der Welt zeigen, dass es wirklich guten Tee gibt."
Ich musste meinen Respekt zeigen.
NFL-Network-Insider Mike Garafolo forderte in der Halbzeitshow öffentlich, Taylor nicht wie zuletzt den 49ers-Fullback Kyle Juszczyk zu bestrafen, dem die Liga für ein ähnliches „Imaginary Beverage"-Jubelritual mehrere Tausend Dollar abgezogen hatte. Eine offizielle Reaktion der Liga stand am Spielabend noch aus.
Jones' Statistik liest sich dagegen durchwachsen. Der frühere Giants-Quarterback kam auf 19 von 34 Pässen für nur 143 Yards, warf eine Interception und verlor einen Fumble. Dass er trotzdem auf der Siegerseite stand, lag auch an der Disziplin seines Teams: Washington wurde laut ESPN zehnmal für 84 Yards gestraft, Indianapolis insgesamt nur einmal für fünf Yards - und das erst in der Schlussphase. Kicker Spencer Shrader traf dazu drei Field Goals.
Internationale Siegesserie
Mit dem Erfolg bauen die Colts ihre Serie bei NFL-International-Series-Spielen auf drei Siege in Folge aus. London bleibt in dieser Saison im Zentrum: Am 12. Oktober treffen die Denver Broncos und die New York Jets am Tottenham Hotspur Stadium aufeinander, eine Woche später sind die Los Angeles Rams und die Jacksonville Jaguars an der Reihe. Danach wandert die internationale Serie nach Deutschland - am 15. November gastieren die Detroit Lions und die New England Patriots in der Münchner Allianz Arena.