Die Niederlande starten am Sonntagabend gegen Japan in die Fußball-WM 2026. Anstoß im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas ist um 22 Uhr deutscher Zeit, das ZDF-Vorabprogramm läuft parallel zum DFB-Auftakt gegen Curaçao in Houston, die Partie selbst überträgt MagentaTV exklusiv. Für die Oranje ist es der Auftakt in Gruppe F gegen Japan, Tunesien und Schweden, und für Trainer Ronald Koeman die erste Chance, das jahrzehntealte Versprechen der dreimaligen Finalisten endlich einzulösen. Koeman geht als Achter der FIFA-Weltrangliste in das Turnier - mit einem Kapitän, einem Stürmer und einem Torwart, die alle erst kürzlich wieder fit wurden.
Koeman setzt auf Depay
Im Mittelpunkt der Aufstellung steht erneut Memphis Depay. Der 32-jährige Stürmer von Corinthians ist mit 55 Toren in 109 Länderspielen Rekordtorschütze der Elftal und führte das Team in der Qualifikation mit acht Treffern an. Koeman wird ihn voraussichtlich im 4-2-3-1 als einzige Spitze aufbieten, hinter ihm Donyell Malen, Tijjani Reijnders und Cody Gakpo, die Doppelsechs bilden Frenkie de Jong und Ryan Gravenberch. Kapitän Virgil van Dijk verteidigt neben Mickey van de Ven und Sven van Hecke vor Bart Verbruggen, der nach einer Hüftprellung im Test gegen Usbekistan am 8. Juni am Freitag ins komplette Mannschaftstraining zurückkehrte und damit seine Einsatzfähigkeit bestätigte, wie ESPN berichtete. Auf Jeremie Frimpong von Liverpool verzichtete Koeman bei der Nominierung überraschend, verletzt fehlen zudem Xavi Simons und Matthijs de Ligt. Einziger Bundesliga-Spieler im Kader ist Torwart Mark Flekken von Bayer Leverkusen.
Moriyasu ohne Mitoma
Auf der anderen Seite bringt Hajime Moriyasu ein Team mit, das in Deutschland besonders bekannt sein dürfte: Sechs Bundesliga-Spieler stehen im 26er-Kader der Samurai Blue. Hiroki Ito (Bayern München), Yukinari Sugawara (Werder Bremen), Ritsu Doan (Eintracht Frankfurt), Yuito Suzuki (SC Freiburg), Kento Shiogai (VfL Wolfsburg) und Kaishu Sano (FSV Mainz 05) repräsentieren das deutsche Standbein der japanischen Mannschaft. Schwerer wiegt für Moriyasu eine Absage: Flügelstürmer Kaoru Mitoma fiel mit einer Oberschenkelverletzung aus, die er sich am vergangenen Wochenende für Brighton im Premier-League-Spiel gegen Wolverhampton zuzog. Die medizinische Abteilung habe entschieden, dass die verbleibende Zeit bis zum Turnierstart für eine vollständige Genesung nicht ausreiche, hieß es bei der Kaderbekanntgabe in Tokio laut sport1. Auch Kapitän Wataru Endo gehört nicht mehr zum Aufgebot, er hatte seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Dafür könnte der 39-jährige Yuto Nagatomo als erster asiatischer Spieler an einem fünften WM-Turnier teilnehmen.
Sportlich sprechen die Quoten klar für die Oranje, 2,10 bei Tipico für einen niederländischen Sieg gegenüber 3,50 für Japan. Das Vorbereitungsmaterial der Asiaten gibt allerdings zu denken: Sechs Siege in Serie hat Moriyasus Mannschaft eingefahren, fünf davon zu null, darunter Erfolge gegen Brasilien und England. Der Plan ist ein 3-4-2-1 mit Schienenspielern Ritsu Doan und Junya Ito, dahinter die Dreierkette H. Ito, Tomiyasu und Itakura, im Sturm Ayase Ueda mit Takefusa Kubo und Daichi Kamada als Zehner. Es ist ein anderes Japan als 2018 und 2022, kompakter, kaderbreiter, sich seiner Stärken bewusster. Für Koeman, der nach dem WM-Aus 2022 im Achtelfinale gegen Argentinien als Nachfolger von Louis van Gaal übernahm, beginnt mit dem Anstoß in Dallas eine Mission, die seit 1974, 1978 und 2010 unerfüllt geblieben ist.