Christopher Nolans Homer-Adaption „Die Odyssee“ ist am Donnerstag in den deutschen Kinos gestartet. Der 172 Minuten lange Film mit Matt Damon in der Rolle des Odysseus und Anne Hathaway als Penelope wird von Universal Pictures verliehen und ist die erste Produktion, die durchgehend mit dem 15-Perf-70mm-IMAX-Format gedreht wurde. Das Budget beziffern Filmstarts und Filmfutter übereinstimmend auf rund 250 Millionen US-Dollar.
Zum Ensemble gehören Tom Holland als Telemachos, Zendaya als Athene, Robert Pattinson als Antinous, Charlize Theron als Kalypso, Lupita Nyong’o und Jon Bernthal. Die literarische Vorlage ist die 2017 erschienene Neuübersetzung der US-Klassikphilologin Emily Wilson. Nolan verzichtet weitgehend auf CGI: Der Zyklop Polyphem ist als 18 Meter hohe Puppe gebaut, wie Filmstarts-Kritiker Christoph Petersen in seiner Rezension notiert. Matt Damon habe sich für die Rolle auf 76 Kilogramm heruntergehungert.
Schon der schiere Aufwand raubt einem den Atem. Das genaue Gegenteil eines Netflix-Films.
Die deutschen Kritiken fielen zum Auftakt überwiegend positiv aus. Petersen vergab 4,5 von 5 Punkten und beschrieb den Film als „kompromissloses Künstlerkino“. Marcus Stiglegger urteilte bei epd Film mit der Höchstnote und nannte Nolans Version „die zeitgemäße Adaption eines Urmythos“, in der „der Mythos als erfahrbare Wirklichkeit“ auftrete. Reservierter bewertete Filmfutter mit 3,5 von 5 Punkten: Nolans „handwerklicher Triumph“ berühre „deutlich weniger“ als vergleichbare Blockbuster, das knapp dreistündige Werk habe „Längen gegen Ende“.
IMAX und 70mm im Fokus der Vermarktung
Kameramann Hoyte van Hoytema, langjähriger Nolan-Partner seit „Interstellar“, filmte erstmals ein komplettes Werk ausschließlich mit den großformatigen IMAX-Kameras. Die Musik komponierte Ludwig Göransson, der sich nach eigenen Angaben am spezifischen Klang von Bronze orientierte. Im Vorverkauf zeigte sich laut Gamestar eine deutliche Konzentration auf 70mm- und IMAX-Aufführungen; Universal setzt sein Marketing gezielt auf diese Formate.
Vor dem Start hatte der Film eine ausgedehnte Onlinekontroverse ausgelöst, in der über Besetzungsentscheidungen und die geplante Optik gestritten wurde. Nolan reagierte in Interviews knapp: Er könne „nur den bestmöglichen Film auf die aufrichtigste Weise machen“, zitiert ihn der Filmjournalist. Nach den ersten offiziellen Vorführungen wechselten die Reaktionen zu Lob, wie eine Zusammenfassung von Kinocheck festhält.
Für Universal ist „Die Odyssee“ der teuerste Nolan-Film aller Zeiten und zugleich der Sommer-Blockbuster, mit dem der Verleiher die Kinolandschaft vor den Herbstwochen prägen will. Der Regisseur selbst hatte den Stoff nach eigener Aussage seit den Dreharbeiten zu „Oppenheimer“ vorbereitet. Für das Publikum in Deutschland startet der Film am 16. Juli parallel in regulären Digitalkopien, in ausgewählten IMAX-Sälen und in bundesweit rund einem Dutzend 70mm-Häusern.