Christopher Nolans „Die Odyssee“ läuft seit Donnerstag in deutschen Kinos. Matt Damon spielt Odysseus, Anne Hathaway seine Frau Penelope, Tom Holland ihren Sohn Telemachos. Universal Pictures und Nolans Produktionsfirma Syncopy haben für die Homer-Adaption rund 250 Millionen Dollar aufgewendet - der teuerste Film in Nolans Karriere. Die Weltpremiere fand am 6. Juli in London statt, am Dienstag folgte die New Yorker Premiere mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller.

Das technische Alleinstellungsmerkmal: Kameramann Hoyte van Hoytema hat den Film als ersten Spielfilm überhaupt komplett auf 70-Millimeter-IMAX gedreht. Dafür entwickelten die IMAX-Ingenieure eine leichtere und leisere Kameraversion, wie die Kritikerin Antje Wessels schreibt. Gedreht wurde nach Angaben des Filminformationsdienstes Kinocheck ab Februar 2025 in Marokko, auf den italienischen Äolischen Inseln, in Großbritannien und Griechenland - laut deutscher Wikipedia zusätzlich in Island und in der Westsahara. Die Musik stammt von Ludwig Göransson, der bereits Nolans „Oppenheimer“ vertont hat.

Wo Nolan den Mythos selbst auf die Leinwand bringt, gehört der Film zum Eindrucksvollsten, was das Blockbusterkino der vergangenen Jahre hervorgebracht hat.
- Antje Wessels, wessels-filmkritik.com

Die internationalen Kritiken fallen überwiegend positiv aus. Metacritic weist einen Metascore von 88 Punkten aus, Rotten Tomatoes zählt 96 Prozent positive Besprechungen. Christoph Petersen von „Filmstarts“ vergibt viereinhalb von fünf Sternen und schreibt: „Schon der schiere Aufwand raubt einem den Atem.“ Der britische „Guardian“ lobt die visuelle Wucht und die ernsthafte Auseinandersetzung mit den Folgen des Krieges, kritisiert aber einzelne vereinfachte Dialogpassagen. Antje Wessels hält den Film für zwiespältig: Als Spektakel funktioniere er, den emotionalen Kern der Heimkehrergeschichte grabe Nolan nicht immer aus.

Ensemble reicht bis Zendaya und Charlize Theron

Neben den drei Hauptrollen spielen Robert Pattinson den Freier Antinoos, Charlize Theron die Nymphe Kalypso, Zendaya die Göttin Athene und Lupita Nyong'o eine Doppelrolle als Helena und Klytaimnestra. Jon Bernthal übernimmt den spartanischen König Menelaos, Samantha Morton die Zauberin Circe, Bill Irwin den Zyklopen Polyphem. Nolans Regie-Vorgeschichte mit dem Stoff reicht bis 2002 zurück: Damals war er nach eigenen Angaben für „Troja“ im Gespräch, entschied sich dann aber für „Batman Begins“, wie „Filmstarts“ erinnert. Auf der Ranking-Plattform Letterboxd stand „Die Odyssee“ bereits im Januar 2026 als meisterwarteter Kinofilm des Jahres auf Platz eins - noch vor „Dune: Part Three“ und „Avengers 5: Doomsday“.

Ob sich der Rekordetat auszahlt, entscheidet sich in den kommenden zwei Wochen: Das internationale Startwochenende beginnt am Donnerstag in Deutschland und am Freitag in den USA und Großbritannien. Der Film läuft 172 Minuten, in Deutschland ist er unter anderem in ausgewählten Kinos in echtem 70-Millimeter-IMAX-Format zu sehen - ein Format, das in Europa nur eine Handvoll Häuser projizieren kann.