Sat.1 hat am Sonntagabend „Nur noch ein einziges Mal - It Ends with Us“ erstmals im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt. Direkt im Anschluss an den Film um 20.15 Uhr lief ab 22.55 Uhr die rund einstündige Dokumentation „Blake Lively vs. Justin Baldoni“, ebenfalls als Free-TV-Premiere. Dass die Romanverfilmung in Deutschland erneut so viel Aufmerksamkeit erfährt, hat weniger mit dem Film selbst zu tun als mit dem juristischen Streit dahinter, den die beiden Hauptdarsteller erst Anfang Mai beendet haben.
Der Film, 2024 nach dem Bestseller von Colleen Hoover entstanden, war ein kommerzieller Erfolg. Bei einem Produktionsbudget von rund 25 Millionen US-Dollar spielte er weltweit etwa 350 Millionen US-Dollar ein; allein in Deutschland lösten laut Filmstarts mehr als 1,7 Millionen Zuschauer ein Kinoticket. Blake Lively spielt die Floristin Lily Bloom, die in eine von Gewalt geprägte Beziehung gerät. Justin Baldoni, der auch Regie führte, verkörpert den Neurochirurgen Ryle Kincaid. Das Thema häusliche Gewalt steht im Zentrum der Handlung - und es ist dieses Anliegen, auf das sich beide Lager am Ende auch öffentlich beriefen.
Lively reichte im Dezember 2024 Klage gegen Baldoni ein. Sie warf ihm sexuelle Belästigung am Set vor, etwa unangekündigte intime Szenen ohne vorherige Absprache, sowie eine koordinierte Rufschädigungskampagne während der Pressetour im Sommer 2024. Auch Produzent Jamey Heath wurde belastet. Baldoni wies sämtliche Vorwürfe zurück und ging seinerseits juristisch vor: Er reichte laut übereinstimmenden Medienberichten eine Verleumdungsklage über 400 Millionen Dollar gegen Lively und ihren Ehemann Ryan Reynolds ein. Ein US-Bundesrichter wies diese Gegenklage ab.
Anfang April 2026 verwarf das Gericht den Großteil von Livelys Ansprüchen. Von ursprünglich 13 Klagepunkten blieben nur drei übrig, darunter ein Vorwurf des Vertragsbruchs. Die Abweisungen erfolgten zu wesentlichen Teilen aus formalen Gründen, nicht in der Sache. Damit war die Ausgangslage für den für Mitte Mai in New York angesetzten Zivilprozess offen - vor Gericht hätten beide Stars persönlich aussagen sollen.
Dazu kam es nicht. Am 4. Mai 2026, rund zwei Wochen vor dem Verhandlungstermin, einigten sich Lively und die Wayfarer Studios außergerichtlich; Lively zog ihre verbliebenen Ansprüche zurück. Zu den finanziellen Bedingungen wurde zunächst nichts bekannt, mehrere US-Medien berichteten von keiner Geldzahlung zwischen den Parteien. In einer gemeinsamen Erklärung ließen die Anwaltsteams mitteilen, alle an der Produktion Beteiligten seien stolz auf den Film und wollten weiter daran arbeiten, das Bewusstsein für Betroffene häuslicher Gewalt zu schärfen.
In der aufrichtigen Hoffnung, dass alle Beteiligten konstruktiv und in Frieden vorwärtsgehen können.
Eine eindeutige Siegerin oder einen eindeutigen Sieger gab es nicht. Beide Seiten reklamierten den Ausgang für sich: Baldonis Team verwies auf die abgewiesenen Klagepunkte, Livelys Team darauf, dass der Vorwurf der Vergeltung den Vergleich überdauert habe und sie weiterhin Anwaltskosten geltend machen wolle. Wie der Tagesspiegel berichtet, blieben Einzelheiten der Vereinbarung zunächst unter Verschluss.
Für das deutsche Publikum bündelt Sat.1 mit Film und anschließender Doku beides an einem Abend: die Verfilmung eines Stoffs über häusliche Gewalt und die Aufarbeitung eines Konflikts, der die Branche über anderthalb Jahre beschäftigt hat. Eine Wiederholung ist laut Programmankündigung für den 23. Mai vorgesehen. Das gestiegene Interesse spiegelt sich auch in den deutschsprachigen Wikipedia-Abrufen zum Film wider.