Kurz vor Mitternacht Ortszeit ist die Feier am Obelisken von Buenos Aires am Sonntag in Zusammenstöße mit der Polizei umgeschlagen. Nach dem 0:1 der argentinischen Nationalmannschaft im WM-Finale gegen Spanien hatten sich Tausende auf der Avenida 9 de Julio versammelt, um den Vizeweltmeister zu empfangen. Rund um die Kreuzung mit der Avenida Corrientes eskalierte die Lage, als mehrere Menschen die um den Obelisken errichteten Absperrungen überstiegen. Etwa 15 Personen wurden festgenommen, sieben Polizisten erlitten Polytraumata, wie die Tageszeitung Infobae berichtet.
Wie der Tagesspiegel meldet, warfen mehrere Personen Flaschen und Steine auf die Einsatzkräfte, bevor Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse zum Einsatz kamen. Die Polizei rückte laut ran.joyn.de mit berittenen Staffeln, Spezialeinheiten auf Motorrädern und schwerem Gerät an. Die Straßenschlacht dauerte gut zwanzig Minuten, dann räumten die Beamten den Bereich rund um das 67 Meter hohe Wahrzeichen.
Varias personas sobrepasaron la reja perimetral del Obelisco.
Die städtische Rettungsstelle SAME versorgte laut Infobae 25 Menschen vor Ort, zwei mussten in Kliniken gebracht werden. Zu den Verletzungen zählten Stürze, Gesichtstraumata, Schnittwunden durch zerbrochene Flaschen und Panikreaktionen. Der Wasserwerfer der Infanterie fuhr die Corrientes bis zur Avenida Belgrano ab, um die Menge zu zerstreuen. An öffentlicher Beleuchtung, Ampeln und Schaufenstern entstanden nach Angaben der Behörden erhebliche Sachschäden.
Zweiter Zwischenfall in einer WM-Nacht
Für die argentinischen Behörden ist es der schwerste Vorfall einer Nacht, die eigentlich zur Ehrung der Selección gedacht war. Präsident Javier Milei hatte am Sonntag über X einen nationalen Feiertag für die Rückkehr des Teams in Aussicht gestellt. Auch im spanischen Ciudad Rodrigo überschattete ein Unglück die Feiern zum Weltmeistertitel: Beim Einsturz einer Brunnensäule kam ein 13-Jähriger ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt. Die Kleinstadt in Salamanca ordnete drei Tage Staatstrauer und Halbmastbeflaggung an.
Parallel zu den Straßenkrawallen prüft die FIFA laut sport.de ein Verfahren gegen Argentinien. Auslöser ist ein Handgemenge im MetLife Stadium nach dem Schlusspfiff, bei dem Leandro Paredes, Nahuel Molina und Roberto Ayala im Fokus stehen sollen. Die Nationalmannschaft wird am Montagabend Ortszeit in Ezeiza erwartet. Ob und wann der von Milei angekündigte Empfang an der Casa Rosada stattfindet, ist offen.