Christopher Nolans „Die Odyssee“ hat das zweite Kinowochenende in Nordamerika mit 87 Millionen Dollar abgeschlossen und damit die Prognose des Branchendiensts „Deadline“, über die wir am Sonntag berichteten, sogar leicht übertroffen. Der Homer-Adaption gelingt damit die stärkste zweite Woche jemals für einen Nolan-Film - „The Dark Knight“ hatte 2008 bei 75,1 Millionen Dollar gelegen. Der Rückgang zum Startwochenende beträgt exakt 30 Prozent, was laut „Moviejones“ zu den besten Werten aller Filme mit einem Start über 100 Millionen Dollar zählt.
Weltweit steht der Film nach knapp zwei Wochen bei 639,6 Millionen Dollar Einspielergebnis. In Nordamerika summieren sich die Einnahmen auf 286,4 Millionen, international auf 353 Millionen. Der Verleih Universal, der das Projekt mit rund 250 Millionen Dollar Budget aufgelegt hatte, hat die Produktionskosten damit bereits eingespielt; ab jetzt geht es um den möglichen Rekord. Publikationen wie „Deadline“ und „JoBlo“ halten inzwischen einen Endstand von 1,3 Milliarden Dollar für realistisch - das würde „Oppenheimer“ (976 Millionen Dollar, 2023) als Nolans erfolgreichsten Film ablösen.
Eine Milliarde Dollar weltweit erscheint jetzt praktisch unvermeidbar.
IMAX-Erlöse und Streaming-Rekord
Besonders auffällig ist das Ergebnis in den IMAX-Sälen: Laut „Moviepilot“ hat „Die Odyssee“ dort bereits 140 Millionen Dollar eingespielt und die 100-Millionen-Marke damit als zweitschnellster Film der Geschichte erreicht - nur „Avengers: Endgame“ war 2019 schneller. Die 41 weltweiten IMAX-70-mm-Standorte, in denen Nolan den Film wie schon „Oppenheimer“ auf Zelluloid zeigen lässt, sind fast durchgängig bis September ausverkauft. Parallel dazu vermeldete das Filmportal „Letterboxd“ am Mittwoch, dass die Odyssee-Adaption der schnellste Film aller Zeiten ist, der die eine Million verzeichneter Sichtungen erreicht - benötigt wurden dafür sechs Tage. Zum Vergleich: Der DC-Film „Superman“ von 2025 hatte zwölf Tage gebraucht, die meisten Blockbuster brauchen 18 Monate oder länger.
Deutscher Markt legt zu
In Deutschland konnte der Film das ohnehin starke Startwochenende sogar noch übertreffen. Nach Auswertung des Branchendiensts „Kino-Total“ verkaufte „Die Odyssee“ am Wochenende vom 23. bis 26. Juli rund 538.500 Tickets - etwas mehr als die 530.000 des Debütwochenendes. Damit knackte der Film am zweiten Freitag die Millionen-Marke bei den Zuschauern und ist mit inzwischen rund 1,38 Millionen verkauften Tickets der 14. Millionen-Titel des Kinojahres 2026. Auf den weiteren Chartplätzen folgten „Toy Story 5“ mit 202.000 Besuchern und „Minions & Monster“ mit rund 141.500 Zuschauern - ein Abstand, der die Dominanz des Nolan-Films unterstreicht. Fast jedes zehnte deutsche Ticket wurde laut „Kino-Total“ für eine IMAX-Vorstellung gelöst.
Nolan selbst hatte bei der Weltpremiere in New York am 14. Juli erklärt, er habe sein Publikum bewusst „zurück auf die größte Leinwand“ holen wollen. Nach zwei Wochen sieht es so aus, als sei ihm das gelungen: Die Publikumswertung auf „Rotten Tomatoes“ liegt bei 97 Prozent, die IMDb-Bewertung bei 8,4 von 10 Punkten. Wenn der aktuelle Rückgangswert von 30 Prozent auch im dritten Wochenende gehalten wird, dürfte die weltweite 750-Millionen-Marke laut „Der Filmjournalist“ noch in dieser Woche fallen.