Christopher Nolans „Die Odyssee“ hält sich an den nordamerikanischen Kinokassen stärker als jeder frühere Nolan-Film. Nach Berechnungen des US-Branchendienstes „Deadline“ steuert die Homer-Adaption an ihrem zweiten Wochenende auf ein Einspielergebnis von rund 84,5 Millionen Dollar zu - das entspricht einem Minus von lediglich 32 Prozent zum Startwochenende. Damit würde Nolans neuer Film seinen bisherigen Bestwert übertreffen: „The Dark Knight“ hatte 2008 im zweiten Wochenende 75,1 Millionen Dollar eingespielt. Die Prognose des Instituts „Exhibitor Relations“ liegt sogar bei rund 90 Millionen.
Zum Vergleich: Für Blockbuster, die über 100 Millionen Dollar starten, gelten Rückgänge unter 40 Prozent im zweiten Wochenende als Ausnahme. Unter allen R-rated-Filmen wäre „Die Odyssee“ mit dem angepeilten Ergebnis das zweitbeste zweite Wochenende der Kinogeschichte - nur „Deadpool & Wolverine“ (96,8 Millionen Dollar, 2024) lag zuletzt höher. Bereits am Mittwoch nahm der Film in Nordamerika 18 Millionen Dollar ein, das zweitbeste Ergebnis eines Nolan-Films an einem Werktag der zweiten Woche.
Eine Milliarde Dollar weltweit erscheint jetzt praktisch unvermeidbar.
„Die Odyssee“ war am 17. Juli in Nordamerika gestartet, in Deutschland lief der Film einen Tag früher an. Das weltweite Startwochenende hatte 264,1 Millionen Dollar eingespielt und war damit der stärkste Auftakt in Nolans Karriere; auf Nordamerika entfielen 124,5 Millionen Dollar. Vor dem zweiten Wochenende addierten sich die weltweiten Einnahmen laut „Deadline“ bereits auf 363,6 Millionen Dollar. Fachpublikationen halten inzwischen ein Endergebnis von rund 500 Millionen Dollar allein in Nordamerika und die Marke von einer Milliarde weltweit für erreichbar.
Deutschland als fünftgrößter Markt
In Deutschland verkaufte der Film am Startwochenende laut Verband „Kino.de“ rund 530.000 Tickets und übernahm die Chartspitze. Damit ist die Bundesrepublik nach Angaben des Verleihs Universal der fünftgrößte Auslandsmarkt. Ausverkaufte IMAX-70-mm-Vorstellungen in Berlin, München und Frankfurt hatten in der Startwoche für Aufsehen gesorgt; einzelne Termine liefen bis in die Nachtstunden. In Frankreich zählte der Film in der ersten Woche 1,84 Millionen Zuschauer - Nolans stärkster Start dort - und in Italien nahm er bis Mittwoch 16,1 Millionen Dollar ein.
Kritisch bleibt die Debatte über den Film selbst: Auf „Rotten Tomatoes“ liegen die Publikumswertungen bei 97 Prozent, unter Kritikern ist das Bild geteilter. Das Portal „Filmstarts“ nannte die Adaption „den schwächsten Christopher-Nolan-Film“ seines Autors, andere feiern sie als „Blockbuster von buchstäblich beispiellosem Ausmaß“. Für die Studios zählt derzeit die Zahl an den Kassen. „Universal“ hatte das Projekt mit einem Budget von rund 250 Millionen Dollar aufgelegt - Break-even könnte je nach Marketingaufwand bereits in der laufenden Woche erreicht sein.