Die Ölpreise sind am Montag in Reaktion auf das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran deutlich eingebrochen. Brent für Lieferung im August notierte am Morgen bei 83,36 US-Dollar je Barrel, ein Minus von 3,95 Prozent. Die US-Sorte WTI verlor 4,36 Prozent auf 80,61 Dollar. Für Brent ist es laut dpa-AFX der tiefste Stand seit dem 10. März.
Auslöser ist die am Sonntag von US-Präsident Donald Trump und Pakistans Premier Shehbaz Sharif öffentlich bestätigte Einigung, die einen Waffenstillstand vom Libanon bis zur Golfregion und die Wiederöffnung der Straße von Hormus für die zivile Schifffahrt vorsieht. Vertreter beider Seiten wollen das Abkommen am 19. Juni in Genf unterzeichnen. In den 60 Tagen danach soll über das iranische Atomprogramm verhandelt werden.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Energietransportrouten der Welt. Seit Teheran die Meerenge Ende Februar zu Beginn des Krieges mit Drohungen und Angriffen weitgehend lahmgelegt hatte, war der Brent-Preis zwischenzeitlich über 120 Dollar geklettert. Mit dem nun erwarteten Ende der Blockade rechnen Händler mit deutlich mehr Tankerverkehr aus den Anrainerstaaten am Persischen Golf.
Der tiefste Stand seit dem 10. März.
Aktien legen zu, Euro stärker
Wie finanzen.net berichtet, hat die Aussicht auf ein Ende des Krieges auch europäische Aktienindizes und den Euro beflügelt. Im Markt gilt das Abkommen jedoch noch nicht als gesichert: Eine begleitende Analyse auf Ariva warnt, der Iran-Deal sei „noch nicht einmal der Anfang vom Ende“ - Skepsis, ob die Verhandlungen über das Atomprogramm halten werden, dürfte den Markt auch in den kommenden Wochen begleiten.
Für Verbraucher dürfte sich der Preisrutsch erst mit einigen Tagen Verzögerung an den Zapfsäulen bemerkbar machen. Größere Entspannung ist erst zu erwarten, wenn Tanker tatsächlich wieder regulär durch Hormus laufen - ein Schritt, der von der formellen Unterzeichnung am Freitag in Genf abhängt.