Österreich ist nach 28 Jahren Pause mit einem glücklichen 3:1 (1:0) gegen Jordanien in die Fußball-Weltmeisterschaft zurückgekehrt. Vor rund 67.000 Zuschauern im Levi's Stadium in Santa Clara erlöste Marko Arnautović die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick erst in der zwölften Minute der Nachspielzeit per Handelfmeter, nachdem Jordanien-Verteidiger Abdallah Nasib den Ball mit dem Arm geblockt hatte.

Romano Schmid hatte das ÖFB-Team in der 21. Minute mit einem Schlenzer aus 17 Metern ins lange Eck in Führung gebracht - Österreichs erstes WM-Tor seit 1998. Doch Jordanien, das zum ersten Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft spielte, antwortete fünf Minuten nach der Pause: Nach einem Ballverlust in der Abwehr setzte sich Ali Olwan über die linke Seite durch und schloss aus dem Strafraum flach ins Eck ab. Das Tor war das erste in der WM-Geschichte Jordaniens.

Bis dahin hatten die Außenseiter aus Westasien das aktivere Team gestellt. „Es war das erwartet schwere Spiel. Jordanien hat wirklich gut gespielt und uns das Leben schwer gemacht. So richtig gut wurde es erst Mitte der zweiten Halbzeit“, sagte Rangnick nach der Partie der ARD. Erst nach dem Ausgleich, so der Trainer, habe seine Elf den Tritt gefunden.

Am Ende haben wir verdient gewonnen, aber es war ein sehr, sehr zähes Stück Arbeit.
- Ralf Rangnick, ÖFB-Teamchef, gegenüber der ARD

Die Wende kam in der 77. Minute aus dem Nichts. Eine Ecke von Marcel Sabitzer flog an den ersten Pfosten, wo Arnautović den Kopfball suchte. Verteidiger Yazan Al-Arab wollte klären, traf den Ball aber so unglücklich, dass dieser über seinen Rücken ins eigene Tor sprang. Ein zweiter Treffer Arnautovićs in der Schlussphase wurde nach Videobeweis wegen eines Handspiels von Stefan Posch annulliert, ehe der eingewechselte Stürmer in der Nachspielzeit doch noch zur Endstands-Erlösung ansetzte.

Kalajdžić in der Startelf, Arnautović auf der Bank

Dass Österreichs Rekordtorschütze überhaupt von der Bank kommen musste, sorgte vor dem Anpfiff für die größte Diskussion. Rangnick hatte Saša Kalajdžić den Vorzug gegeben und das mit dessen Form beim LASK begründet, mit dem der Stürmer in der abgelaufenen Saison das Double gewonnen hatte. „Wir haben heute versucht, jeden Spieler auf seiner besten Position aufzubieten“, sagte Rangnick auf der Pressekonferenz, wie kicker.at berichtete. Acht der elf Startelf-Spieler verdienen ihr Geld in der Bundesliga, angeführt von Kapitän David Alaba in der Innenverteidigung.

Für Österreich war es der erste WM-Sieg seit 1990, als das Team in Italien Gastgeber USA besiegt hatte. Am Montag (19:00 Uhr MESZ, live in der ARD) wartet in der Gruppe J Weltmeister Argentinien, der zum Auftakt souverän mit 3:0 gegen Algerien gewann. Jordanien trifft am selben Tag auf Algerien und braucht nach der knappen Niederlage einen Punkt, um die Chance aufs Achtelfinale zu wahren.