Die FIFA hat den englischen Schiedsrichter Michael Oliver kurzfristig aus dem WM-Spiel zwischen Elfenbeinküste und Ecuador am Montag in Philadelphia abgezogen. Oliver fällt nach Verbandsangaben wegen einer Verletzung aus. An seiner Stelle leitet das französische Gespann um François Letexier die Partie der deutschen Gruppe-E-Gegner, wie unter anderem die Sportschau und t-online am Freitagabend berichteten.

Die FIFA gab in ihrer Mitteilung an, Oliver werde „voraussichtlich in den kommenden Tagen wieder für Spielansetzungen zur Verfügung stehen“. Details zur Art der Verletzung machte der Weltverband nicht. Betroffen vom Wechsel ist nicht nur der 41-jährige Hauptschiedsrichter aus der Premier League: Auch seine Linienrichter Stuart Burt und James Mainwaring werden durch französische Kollegen ersetzt. Letexier bringt sein eingespieltes Team aus den UEFA-Wettbewerben mit.

Vom EM-Finale ins WM-Debüt

Für den 37 Jahre alten Letexier ist es die erste Spielleitung bei einer Weltmeisterschaft. Der Franzose hatte 2024 das EM-Finale zwischen Spanien und England in Berlin gepfiffen und in der vergangenen Saison auch das Europa-League-Finale geleitet. Oliver kommt dagegen aus Katar 2022 mit drei WM-Einsätzen, darunter dem Viertelfinale Brasilien gegen Kroatien.

Die Partie in Philadelphia ist für die deutsche Mannschaft von Nationaltrainer Julian Nagelsmann von besonderem Interesse, weil Elfenbeinküste und Ecuador in Gruppe E die direkten Konkurrenten sind. Der Sender Ran rechnet vor, dass Oliver durch die Ausfallzeit auf eine Turniergage von bis zu 100.000 Dollar plus Boni verzichten muss. Die FIFA betonte, der personelle Wechsel sei „aufgrund einer leichten Verletzung“ notwendig geworden.

Anstoß ist nach deutscher Zeit am späten Sonntagabend. Die Sportschau ordnete den Tausch als ungewöhnlich ein: Komplette Schiedsrichterteams werden bei Weltmeisterschaften nur selten kurzfristig ersetzt, in der Regel reicht der Tausch eines Assistenten. Ob Oliver später in der Gruppenphase noch eingesetzt wird, ist offen.