Der Omukama des westugandischen Königreichs Tooro ist tot. König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. starb nach Angaben des Königshauses in der Nacht zum Freitag gegen 22 Uhr Ortszeit im Alter von 34 Jahren. Über die Todesursache machte das Kronministerium zunächst keine Angaben. Ein Vertreter der ugandischen Regierung bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Oyo zuletzt in den Vereinigten Staaten medizinisch behandelt worden sei.
Verkündet wurde der Tod durch Premierminister Calvin Armstrong Rwomiire Akiiki in einer schriftlichen Erklärung, die das Königreich am Donnerstagabend über seine offiziellen Kanäle verbreitete. „Mit tiefer Trauer und schwerem Herzen gebe ich das Ableben Seiner Majestät des Omukama von Tooro, König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV., bekannt, der am Donnerstag, den 27. August 2026, gegen 22:00 Uhr verstorben ist“, heißt es in dem Statement. Ugandische Fernsehsender, Zeitungen und soziale Netzwerke berichteten laut dpa umfassend über den Tod des jungen Herrschers.
Ein Kind auf dem Thron
Oyo bestieg den Thron am 12. September 1995, wenige Wochen nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Patrick David Matthew Kaboyo Olimi III. Er war drei Jahre alt und damit einer der jüngsten regierenden Herrscher, die je gelistet wurden. Guinness World Records führte ihn 2025 offiziell als jüngsten regierenden Monarchen der Welt. Bis zu seiner Volljährigkeit übernahm ein Rat aus Regenten die Amtsgeschäfte: seine Mutter Königinmutter Best Kemigisa, seine Tante Prinzessin Elizabeth Bagaaya, Prinz James Desmond Mugenyi sowie Staatspräsident Yoweri Museveni.
Die Wiederherstellung der traditionellen Königreiche gehört zu den Prestigeprojekten Musevenis. In den frühen Neunzigerjahren hob er das Verbot auf, das Milton Obote in den Sechzigern gegen die Monarchien verhängt hatte. Politische Macht besitzen die Omukama seither nicht; sie ernennen Clanchefs, repräsentieren ihre Volksgruppen und werben für soziale Anliegen. Oyo besuchte Schulen in Kampala, absolvierte ein Vorschuljahr in London und schloss 2013 an der University of Winchester in Großbritannien einen Bachelor in Betriebswirtschaft ab.
Mit tiefer Trauer und schwerem Herzen gebe ich das Ableben Seiner Majestät bekannt.
UNAIDS-Botschafter und Klimacampaigner
Nach seinem Studium engagierte sich Oyo öffentlich für Aids-Aufklärung und Umweltschutz. UNAIDS ernannte ihn 2016 zum Jugendbotschafter im Kampf gegen HIV im östlichen und südlichen Afrika. 2019 rief er die Kampagne „Save River Mpanga Now“ gegen die Verschmutzung des zentralen Flusses seines Königreichs ins Leben und startete eine Initiative zur Pflanzung von zehn Millionen Bäumen in Tooro. Im Sommer 2022 bestieg er als erster regierender Monarch die Margherita-Spitze im Ruwenzori-Gebirge; die Expedition begleitete er mit Appellen zum Klimaschutz und zur Förderung des ugandischen Tourismus.
Die Nachfolge auf dem Thron ist zunächst offen. Rwomiire teilte mit, Oyo hinterlasse einen Prinzen als Erben, dessen Identität aber erst „zu gegebener Zeit und nach den Traditionen und Sitten des Königreichs Tooro“ bekannt gegeben werde. Oyo war unverheiratet; er hinterlässt seine Schwester Prinzessin Ruth Komuntale. Als Zeichen der Trauer kündigte die Kingdom-Regierung an, während der Trauerperiode eine Million Bäume in Tooro pflanzen zu lassen - eine Referenz auf das ökologische Vermächtnis des Verstorbenen.