Neun Tage nach dem Tod von Hayden Panettiere haben zwei Berichte den Fall am Montag erneut in den Vordergrund gerückt. Ihre Mutter Lesley Vogel äußerte in einem ausführlichen Interview mit der britischen „Daily Mail“ den Verdacht, dass Brian Hickerson, der langjährige On-Off-Partner der Schauspielerin, mehr über die Umstände des Todes wisse, als er angebe. Zeitgleich veröffentlichte die „New York Times“ einen Bericht über Panettieres gesundheitlichen Zustand in den Monaten vor ihrem Tod sowie über Sicherheitsvorkehrungen, mit denen sie Hickerson im Mai gezielt von einem Buchsigning in Manhattan ferngehalten haben soll.

Wie wir vergangene Woche berichteten, war die 36-Jährige am 16. August in einem Airbnb im südcarolinischen Greenville leblos aufgefunden worden. Nach Polizeiangaben leiten die Behörden von Greenville City die Ermittlungen, unterstützt von der US-Drogenbehörde DEA. Ein Verbrechen schließen die Ermittler bislang aus, das toxikologische Gutachten steht weiter aus.

Vogel griff Hickersons Schilderung dieses Nachmittags im Daily-Mail-Interview direkt an. Hickerson hatte angegeben, er habe die Unterkunft verlassen, sei zurückgekehrt und habe ein Nickerchen gemacht; erst als sein Bruder Zach an die Tür geklopft habe, sei ihm klargeworden, dass Panettiere nicht mehr ansprechbar war. „Ich glaube, Brian hat seinen Bruder gerufen. Das ist meine Meinung. Ich glaube, er wusste, dass sie tot war“, sagte die 70-Jährige der Zeitung. „Ich weiß nicht, wie man ein Nickerchen machen kann, während in der Nähe jemand stirbt, ohne zu bemerken, dass etwas nicht stimmt. Menschen mit Herzstillstand liegen nicht einfach still. Sie machen Geräusche.“

Ich habe schon früh gedacht: Er ist ein moderner Gigolo.
- Lesley Vogel, Daily Mail

Vogel bezeichnete Hickerson in dem Gespräch als „modernen Gigolo“ und sagte, dass die Veränderungen im Leben ihrer Tochter mit dessen Auftreten begonnen hätten. Bereits am 19. August hatte sie gegenüber NBC News erklärt, sie und ihr Ex-Mann Skip Panettiere hätten „schon seit Langem Bedenken“ gegen die Beziehung gehabt. Hickersons Anwalt weist die Vorwürfe zurück und verweist auf die laufenden polizeilichen Ermittlungen.

NYT: Schmerzen, Akupunkteur, Sicherheitsteam

Die „New York Times“ zeichnet in ihrem am Montag veröffentlichten Bericht ein anderes, ergänzendes Bild der letzten Monate. Panettiere habe unter starken körperlichen Beschwerden gelitten, zitiert die Zeitung ihre Mutter. Ein „Kribbeln wie Nadelstiche“ in den Beinen habe die Schauspielerin zeitweise am Gehen gehindert; Vogel habe sie zu Ärzten und einem Akupunkteur begleitet. „Sie hatte Schmerzen. Sie hatte Angst. Sie konnte körperlich nicht richtig funktionieren“, wird die Mutter zitiert.

Nach Recherche der Zeitung engagierte Panettiere im Mai ein privates Sicherheitsteam, um Hickerson von einer Buchsignierstunde in einer Filiale von Barnes & Noble in Manhattan fernzuhalten. Das Personal habe „klare Anweisungen“ erhalten, ihn nicht in das Geschäft zu lassen. Anlass war die Vorstellung ihres im gleichen Monat erschienenen Memoirs „This Is Me: A Reckoning“, in dem die Schauspielerin die Beziehung zu Hickerson und mehrere Vorfälle beschreibt, die zu drei Festnahmen und Gefängnisstrafen für ihn geführt hatten.

Öffentlicher Auftritt und offene Fragen

In einem parallel geführten Fernsehinterview mit ABC News, das am Sonntag in „Good Morning America“ ausgestrahlt wurde, sprach Vogel erstmals vor der Kamera über den Tod ihrer Tochter. „Ich war taub. Ich war einfach nur taub“, sagte sie über den Moment, in dem sie die Nachricht erhielt. „Ich begreife immer noch nicht, dass das real ist.“ Kritikern, die ihr Vorwürfe wegen ihres Umgangs mit der Trauer machten, entgegnete sie: „Niemand hat das Recht, mir zu sagen, wie ich um den Verlust meines zweiten Kindes zu trauern habe. Das ist meine Domäne.“ Vogel und ihr Ex-Mann hatten 2023 ihren Sohn Jansen Panettiere im Alter von 28 Jahren verloren.

Die Ermittlungen in Greenville dauern an. Nach Angaben der örtlichen Polizei behandeln die Beamten den Fall bislang nicht als Straftat, warten aber das toxikologische Gutachten ab, bevor eine abschließende Bewertung erfolgt. Hickerson wird nicht als Verdächtiger geführt.