Die Tierrechtsorganisation PETA hat am 18. August einen Werbespot mit Hayden Panettiere veröffentlicht, den die Schauspielerin nur drei Wochen zuvor gedreht hatte. Panettiere war am 16. August in ihrem Haus in Greenville, South Carolina, tot aufgefunden worden. Der Spot ist ihre letzte öffentliche Botschaft.
Aufgenommen wurde das Video am 22. Juli. Panettiere liegt darin in einer weißen Badewanne, den Blick in die Kamera. „Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihr ganzes Leben in einer Badewanne verbringen“, sagt sie zu Beginn. Der Vergleich zielt auf die engen Becken, in denen Meeresparks wie SeaWorld Delfine und Wale halten. Am Ende des Spots richtet sie einen direkten Appell an die Zuschauer: „Versprechen Sie heute, niemals einen Meerespark zu besuchen, der Delfine in extremer Gefangenschaft hält.“
PETA veröffentlichte die Kampagne mit dem ausdrücklichen Hinweis, sie sei als Würdigung von Panettieres Engagement für Meeressäuger gedacht. „Hayden Panettiere wurde als Fernsehheldin zu einem Begriff, für die Tiere aber war sie die echte Heldin“, sagte Lisa Lange, Vizepräsidentin bei PETA, wie die Abendzeitung München und Promiflash übereinstimmend berichten. Die Organisation ruft dazu auf, keine Tickets mehr für Meeresparks zu kaufen.
Hayden Panettiere wurde als Fernsehheldin zu einem Begriff, für die Tiere aber war sie die echte Heldin.
Zwei Jahrzehnte Aktivismus
Panettieres Einsatz für Meeressäuger begann früh. Im Oktober 2007 reiste die damals 18-Jährige mit der Whaleman Foundation nach Taiji in Japan, um gegen die dortige Delfinjagd zu protestieren. Sie paddelte auf einem Surfbrett in die Bucht, in der die japanischen Fischer jedes Jahr Hunderte Delfine treiben und töten. Die friedliche Aktion endete in einer Konfrontation: Die Fischer griffen die Aktivisten mit Stangen und Bootspropellern an, wie CBS News damals berichtete.
Aufnahmen dieser Konfrontation fanden Eingang in den Dokumentarfilm „Die Bucht“ (Originaltitel „The Cove“), der 2010 den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. In Hollywood engagierte sich Panettiere zeitgleich für die Kampagne „Save the Whales Again!“ und trat als Botschafterin der Whaleman Foundation auf.
Später richtete sich ihr Engagement gegen konkrete Fälle in Gefangenschaft. 2015 unterzeichnete sie eine öffentliche Erklärung gegen den Import von 18 wildgefangenen Belugawalen für ein US-Aquarium in Georgia. 2019 wandte sie sich an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und forderte die Freilassung von rund 100 Belugas und Orcas, die im sogenannten „Walgefängnis“ in Nachodka festgehalten wurden. Die Tiere kamen im selben Jahr frei.
Die Todesursache Panettieres ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Die Autopsie der Gerichtsmedizin des Greenville County ergab weder ein Trauma noch Hinweise auf ein Fremdverschulden. Toxikologische Untersuchungen laufen. Am Fundort sicherten Ermittler nach Berichten von US-Medien einen Narcan-Injektor sowie eine Tüte mit Medikamenten; die US-Drogenbehörde DEA hat Ermittlungen aufgenommen.
PETA arbeitete seit Jahren mit Panettiere zusammen; der Werbespot vom 22. Juli bleibt ihre letzte gemeinsame Produktion. Er ist über den YouTube-Kanal der Organisation und die Kampagnenseite abrufbar.