Der elfte Teil der ARD-Reihe „Ein Krimi aus Passau“ hat am Donnerstagabend 5,20 Millionen Menschen vor die Bildschirme geholt. „Wer einmal lügt“ lief am 17. September um 20.15 Uhr im Ersten und erreichte laut Quotenmeter 25,7 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum, in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen 8,9 Prozent bei 0,29 Millionen Sehenden. Damit blieb der Fall auf dem Niveau der Vorwoche, als „Verlorene Seelen“ 5,3 Millionen und 26,5 Prozent Marktanteil brachte.
Regie führte Daniel Rübesam, das Drehbuch schrieben Michael Vershinin und Robert Hummel. Marie Leuenberger spielt erneut die Kommissarin Frederike Bader, an ihrer Seite Michael Ostrowski als Ferdinand Zankl. Der Fall dreht sich um die Ermordung des Passauer Antiquars Anton Hofer, dargestellt von Gerd Anthoff. Verdächtigt wird Adam Nolan, gespielt von Raphaël von Bargen: Baders Ex-Mann, der nach Jahren im Zeugenschutzprogramm überraschend in der Dreiflüssestadt auftaucht und dort eine seltene Ausgabe einer Sammlung keltischer Volksmärchen sucht - jenes Buch, aus dem er seiner Tochter Mia einst vorgelesen hatte. Nadja Sabersky verkörpert die inzwischen erwachsene Mia, die zwischen Wiedersehensfreude und Misstrauen schwankt.
Familiendrama statt Whodunit
Das Feuilleton reagiert verhalten. Film-Rezensionen.de vergibt vier von zehn Punkten und bilanziert, dass „der Kriminalfall nicht sonderlich überzeugt“. Statt eines Whodunits sei „Wer einmal lügt“ eher ein „Familiendrama“ mit „ziemlich schäbig erzähltem“ Kern, das zentrale Fragen offenlasse. Evangelisch.de beschreibt den Film freundlicher als „eher leisen Thriller“, dessen Spannung sich aus dem Rätsel um das gesuchte Buch speise - moniert aber, es bleibe unerklärt, wie Nolan seine Familie trotz neuer Identität überhaupt aufspüren konnte.
Der Kriminalfall überzeugt nicht sonderlich - eher Familiendrama als Krimi.
Der Passau-Krimi ist seit dem 7. September in der ARD-Mediathek abrufbar. Produziert hat die Hager Moss Film im Auftrag des Bayerischen Rundfunks und der ARD Degeto. Bereits vor Ausstrahlung des elften Falls hatte der BR bekanntgegeben, wie es weitergeht: Zwei neue Filme mit den Arbeitstiteln „Mit wehenden Fahnen“ und „Am Pranger“ gehen vom 5. Oktober bis 4. Dezember 2026 in Passau und München in die Produktion. Regie führt Franziska Schlotterer, das Drehbuch stammt erneut von Michael Vershinin. Ausstrahlung soll 2027 folgen.
Im Umfeld des Donnerstagskrimis lief das ARD-Magazin „Kontraste“ mit 1,96 Millionen Sehenden (11,1 Prozent Marktanteil). Später am Abend erreichte die Jubiläumsausgabe „50 Jahre Extra 3“ 1,31 Millionen bei 13,0 Prozent - in der jüngeren Zielgruppe blieb sie mit 8,6 Prozent nur „solide für ARD-Verhältnisse“, wie Quotenmeter urteilt. Die Passau-Reihe bleibt damit einer der zuverlässigsten Quotenbringer im linearen Ersten.