Dženan Pejčinović hat am Samstagabend im Ostseestadion sein Pflichtspieldebüt für den VfB Stuttgart gegeben - und dabei gleich dreimal getroffen. Der 21-jährige Neuzugang aus Wolfsburg führte den Bundesligisten in der ersten Runde des DFB-Pokals zum 4:0 beim Drittligisten Hansa Rostock und rückte damit sofort in eine seltene Rekordkategorie.
Pejčinović traf in der 18. Minute nach einem Ballverlust der Rostocker im eigenen Aufbau, legte in der 38. Minute nach Vorlage von Deniz Undav aus der Distanz nach und markierte in der 82. Minute per Konter das 4:0. Zwischenzeitlich hatte Tiago Tomas nach Undav-Assist in der 74. Minute auf 3:0 erhöht. Rostocks Torhüter Luca Unbehaun konnte in der 25. Minute gegen Jeff Chabot noch parieren, doch das war eine der wenigen Szenen, in denen die Gastgeber Zugriff auf die Partie fanden.
25 Millionen Euro hatte der VfB Anfang August für den deutsch-montenegrinischen Angreifer an den Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg überwiesen, wie bundesliga.com meldete. Pejčinović unterschrieb einen Vertrag bis 2031; in seiner ersten Bundesliga-Saison für die Niedersachsen hatte er in 1.454 Einsatzminuten acht Tore erzielt. In Rostock trug der Rechtsfuß die 17 auf dem Rücken.
Man zahlt das Vertrauen als Stürmer am besten mit Toren zurück. Das ist mir ganz gut gelungen.
Der Dreierpack machte Pejčinović zum ersten Stuttgarter seit Adhemar, dem beim VfB-Debüt ein Hattrick gelang. Der Brasilianer hatte im Februar 2001 in einem Bundesligaspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern dreifach getroffen. Ein Vierteljahrhundert lang blieb die Marke unangetastet, wie der Zeitungsverlag Waiblingen anmerkte.
Hoeneß mahnt zur Bodenhaftung
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß sah sich in der Verpflichtung bestätigt. „Wir haben um ihn gekämpft. Es war sehr früh für ihn klar und auch für uns, dass wir das machen wollen“, sagte Hoeneß laut kicker. „Der Junge macht Spaß und es ist natürlich super für ihn, jetzt so reinzukommen“, ergänzte der Coach im Interview mit dem Zeitungsverlag Waiblingen. Zugleich zog Hoeneß die Bremse: „Das ist natürlich ein Superstart, aber gerade jetzt müssen wir die Füße auf dem Boden lassen.“
Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sieht in dem U21-Nationalspieler mittelfristig auch einen A-Nationalspieler. „Er wird sich entwickeln. Er wird sich weiter in der Bundesliga stabilisieren. Und dann kann der Weg sicherlich irgendwann dahin führen“, sagte Wohlgemuth gegenüber Nord24. Pejčinović selbst blieb bei Sport1 zurückhaltend: „Ich bin aktuell U21-Nationalspieler. Was dann kommt, werden wir sehen.“ Für den VfB folgt in der kommenden Woche der Bundesliga-Start - mit einem Angreifer, der die Erwartungen an den Sommertransfer bereits in einer Halbzeit relativiert hat.