Zwischen 22 Uhr am Mittwochabend und den frühen Morgenstunden des Donnerstags erreicht der Perseiden-Meteorstrom sein Jahresmaximum. Unter optimalen Bedingungen sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich, und in diesem Jahr sind die Bedingungen ungewöhnlich günstig: Zeitgleich mit dem Peak steht Neumond, es gibt kein störendes Mondlicht, und der Deutsche Wetterdienst meldet für weite Teile Deutschlands nahezu wolkenlosen Himmel.

„In den meisten Landesteilen ist es wolkenlos“, heißt es im „Thema des Tages“ des DWD zur Nacht vom 12. auf den 13. August. Nur im Norden und Nordosten ziehen zeitweise dünne Schleierwolken auf. Die Temperaturen sinken im Westen und Südwesten um Mitternacht auf rund 20 Grad, im Osten liegen sie zu Beginn der Beobachtungszeit bei etwa 15 Grad, gegen 3 Uhr nur noch bei rund 10 Grad. Der Wetterdienst rät zu warmer Kleidung und einer möglichst dunklen Umgebung fernab von Straßenlaternen.

Für Astronominnen und Astronomen ist die Kombination aus Neumond und Perseiden-Maximum ein Glücksfall. „Sonnenfinsternis und Perseidennacht am selben Tag - das ist das astronomische Ereignis des Jahres“, zitiert die Vereinigung der Sternfreunde ihre Vorstandsfrau Carolin Liefke. Der Perseiden-Höhepunkt und ein Neumond fielen zuletzt vor Jahren zusammen; das nächste Mal wird es laut Tagesspiegel erst 2045 wieder so weit sein.

Sonnenfinsternis und Perseidennacht am selben Tag - das ist das astronomische Ereignis des Jahres.
- Carolin Liefke, Vorstand Vereinigung der Sternfreunde

Woher der Meteorstrom kommt

Ausgangspunkt der Perseiden ist der Komet 109P/Swift-Tuttle, dessen Staubspur die Erde jedes Jahr im August durchquert. Trifft eines der winzigen Partikel auf die Atmosphäre, verglüht es in rund 100 Kilometern Höhe. Weil die Bahnen der Meteore parallel verlaufen, scheinen sie perspektivisch aus einem Punkt zu kommen - dem sogenannten Radianten im Sternbild Perseus. Der geht in den Abendstunden im Nordosten auf und steht in den frühen Morgenstunden hoch am Himmel. Wer nicht direkt auf Perseus, sondern leicht daneben schaut, sieht die längeren Leuchtspuren besser.

Der Wert von 100 Sternschnuppen pro Stunde bezieht sich auf einen ideal dunklen Landhimmel. Die Stiftung Planetarium Berlin weist darauf hin, dass in der Praxis meist deutlich weniger Meteore sichtbar sind - Lichtverschmutzung in Städten und leichte Bewölkung drücken die Zahl schnell auf einen Bruchteil. Trotzdem gilt die Nacht als eine der besten seit Jahren, weil das komplett fehlende Mondlicht auch schwache Meteore erkennbar macht.

Bundesweite Lange Nacht der Astronomie

Parallel zum Maximum läuft die dritte bundesweite Lange Nacht der Astronomie, getragen von der Stiftung Planetarium Berlin, der Astronomischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde. Volkssternwarten, Universitäten und Astronomievereine öffnen bis in die Morgenstunden ihre Teleskope; am Berliner Zeiss-Großplanetarium reicht das kostenlose Programm von 17 Uhr bis 1 Uhr nachts. Wer nicht zu einer Sternwarte fährt, findet nach Angaben der Veranstalter bereits mit bloßem Auge Bedingungen, wie sie erst 2045 wieder erwartet werden.