Der 12. August 2026 bringt Himmelsbeobachtern in Deutschland ein doppeltes Ereignis. Am Mittwochabend schiebt sich der Mond vor die Sonne und verdeckt bis zu 90 Prozent ihrer Scheibe, die stärkste partielle Sonnenfinsternis über Deutschland seit 1999. Wenige Stunden später erreicht der Meteorstrom der Perseiden sein Jahresmaximum. Da zeitgleich Neumond herrscht, stört diesmal kein Mondlicht die Sternschnuppen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Nacht mit überwiegend klarem Himmel.

Die Perseiden schicken jedes Jahr in der ersten Augusthälfte Staubteilchen des Kometen Swift-Tuttle durch die Erdatmosphäre; sie verglühen als schnelle Meteore. Ihr scheinbarer Ausgangspunkt, der Radiant, liegt im Sternbild Perseus tief im Nordosten. Unter dunklem Landhimmel rechnen Astronomen mit 50 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde, in Städten sind es nach Angaben des Portals sterngucker.de nur 20 bis 30.

Neumond fällt genau auf den 12. August.
- sterngucker.de

Das Fachportal empfiehlt, den Radianten nicht direkt anzuvisieren, sondern etwa 30 bis 60 Grad daneben zu blicken, dort seien die Sternschnuppenspuren am längsten. Die beste Beobachtungszeit liege zwischen 2 Uhr und der Morgendämmerung, wenn Perseus hoch am Himmel steht. Das Merian-Magazin verweist ergänzend darauf, dass Kunstlicht die Ausbeute drastisch reduziert; empfohlen werden Wiesen und Felder abseits größerer Ortschaften.

Wetterdienst prognostiziert klare Nacht

Für die Nacht zum Donnerstag prognostiziert der Deutsche Wetterdienst „überwiegend klar oder nur gering bewölkt“ und ohne Niederschlag. Auch für die vorangehende Sonnenfinsternis am Mittwochabend spricht ein stabiles Hochdruckgebiet für weitgehend freie Sicht, wie ZDFheute berichtete. Der Höhepunkt der Verfinsterung wird in Deutschland zwischen 20.05 Uhr in Hamburg und 20.15 Uhr in München erreicht; die höchste Bedeckung von rund 90 Prozent misst Freiburg, Berlin liegt bei etwa 85 Prozent.

Für das Doppelereignis haben Planetarien Sonderprogramme aufgelegt. Das Planetarium Hamburg bietet am Nachmittag Sonnenbeobachtungen mit Spezialfiltern und kompakte Vorträge an; die Führung um 15 Uhr ist bereits ausverkauft. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt weiterhin vor dem ungeschützten Blick in die Sonne, für die Perseiden dagegen genügt das bloße Auge. Die nächste vergleichbar starke partielle Sonnenfinsternis über Deutschland ist laut Bundesamt erst wieder für 2081 zu erwarten; die Perseiden kehren jährlich wieder, in diesem Jahr aber unter besonders dunklen Bedingungen.