Am 30. Juni wäre Peter Alexander 100 Jahre alt geworden. Die Vorbereitungen auf das Jubiläum laufen in Österreich seit Tagen auf Hochtouren: Das Filmarchiv Austria zeigt bis zum 26. Juni im Metro Kinokulturhaus in Wien eine Retrospektive mit acht seiner Spielfilme, und seit dem 16. Juni läuft in 21 österreichischen Kinos parallel ein eigens produzierter Mitsing-Film mit 23 seiner bekanntesten Lieder.
„Peter Alexander - Alles nur aus Liebe“ heißt der rund 80-minütige Singalong, den die Produzentin Danielle Willert (Einhorn Film) für die Reihe konzipiert hat. Auf der Leinwand laufen Songtexte mit, dazwischen ordnet Schauspieler Max Müller, der durch den Abend führt, Szenen und Lieder ein. Premiere war am 10. Juni im Wiener Bellaria-Kino, anwesend war unter anderem Eva Kresic, Peter Alexanders frühere Haushälterin. „In seiner Generation kam man an Peter Alexander nicht vorbei, er war so oft im Fernsehen“, sagte Müller dem ORF Wien.
Inhaltlich spannt der Film den Bogen von „Im weißen Rössl“ über „Verliebt, verlobt, verheiratet“ bis „Das tu ich alles aus Liebe“ - die Hits aus jenen Kinofilmen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren die Nachkriegsgesellschaft füllten. Auch das Wiener Schlagermilieu rund um den Heurigen, das Alexander medial wie kein anderer prägte, taucht in Ausschnitten wieder auf.
In seiner Generation kam man an Peter Alexander nicht vorbei, er war so oft im Fernsehen.
Retrospektive im Metro: vom Grafen Bobby bis Bel Ami 2000
Parallel läuft im Metro Kinokulturhaus in der Wiener Johannesgasse die Retrospektive „100 Jahre Peter Alexander“. Das Filmarchiv Austria zeigt dort acht Produktionen aus den Jahren 1956 bis 1968, darunter „Bonjour, Kathrin“ (1956), „So ein Millionär hat's schwer“ (1958), „Die Abenteuer des Grafen Bobby“, „Charleys Tante“, „Zum Teufel mit der Penne“ und „Bel Ami 2000“ (1966). Die Auswahl konzentriert sich bewusst auf Alexanders Karriere als Schauspieler - jenseits der späteren Fernsehshow.
Der Falter beschreibt die gezeigten Filme zwar als „höchst mittelmäßige Streifen“, würdigt aber zugleich, wie sie den Unterhaltungshunger der Wirtschaftswundergeneration spiegeln. Als Komiker, Sänger und Tänzer sei Alexander in Mitteleuropa „einsame Klasse“ gewesen.
Im deutschen Fernsehen widmen sich mehrere Sender dem Jubiläum. Der Sparten-Sender DMF (Deutsches Musik Fernsehen) zeigt im Juni mehr als ein Dutzend Spielfilme aus Alexanders Œuvre. Andy Borg, der Alexander als sein größtes Vorbild bezeichnet, hat im „Schlager-Spaß“ eine Medley-Würdigung in seine Sendung eingebaut und ein zweites Best-of-Album mit Alexander-Liedern aufgenommen.
Peter Alexander Neumayer, geboren am 30. Juni 1926 in Wien, hatte sich nach dem Tod seiner Frau Hilde 2003 vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er starb 2011 im Alter von 84 Jahren. Die jetzige Häufung an Tributen - Kinoreihe, Singalong, Fernsehprogramm, regionale Singgemeinschaften wie jene in Natschbach-Loipersbach, die ein eigenes Jubiläumskonzert veranstaltet - zeigt, dass die Wirkung der „einsamen Klasse“ 15 Jahre nach seinem Tod im deutschsprachigen Raum noch immer trägt.