Peter Hermann ist tot. Der langjährige Co-Trainer des FC Bayern München und von Bayer 04 Leverkusen starb am Samstag im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer ALS-Erkrankung. Das bestätigten beide Vereine am Wochenende. Hermann hatte über zwei Jahrzehnte an der Seite von Jupp Heynckes gearbeitet und war 2013 einer der stillen Architekten des historischen Bayern-Triples.

Bayern-Präsident Herbert Hainer würdigte den Verstorbenen in einer Vereinsmitteilung als Fachmann, der die Bühne anderen überließ. „Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie, den Angehörigen und den vielen Weggefährten von Peter Hermann“, erklärte Hainer laut Abendzeitung München. Hermann habe „mit seinem Fachwissen und seiner stets bodenständigen Art Trainergrößen wie Jupp Heynckes, Dragoslav Stepanović oder Berti Vogts“ unterstützt, so der Präsident weiter. „Der Fußball lebt nicht zuletzt von Persönlichkeiten wie Peter Hermann, die nicht immer im Rampenlicht stehen und dennoch dafür sorgen, dass immer alles glänzt.“

Am tiefsten trifft der Tod jenen Mann, an dessen Seite Hermann seine wichtigsten Titel gewann. Jupp Heynckes, heute 81, sprach gegenüber t-online von einem Verlust, den er als persönlich empfinde. Von Hermanns Ehefrau Barbara und Tochter Rebecca sei er noch am Samstag informiert worden. Vor rund drei Monaten habe er den Freund zum letzten Mal besucht; Hermann habe da bereits kaum noch sprechen können.

Die Spieler haben Peter nicht nur gemocht, sie haben ihn geliebt, weil er so empathisch und sympathisch, weil er so still und leise, so uneitel, einfach liebenswert war.
- Jupp Heynckes über Peter Hermann, gegenüber t-online

21 Jahre in Leverkusen, dreimal in München

Hermanns Weg begann in der Bundesliga als Spieler bei Bayer 04 Leverkusen. Von 1976 an gehörte er dort in unterschiedlichen Rollen zum Verein: als Profi unter Dettmar Cramer, später als Interimscoach der Ersten, Cheftrainer der Zweiten und Scout. In der Hauptsache aber wirkte er über 21 Jahre als Co-Trainer der Werkself, wie das deutschsprachige Wikipedia-Profil dokumentiert. Bayer-Geschäftsführer Simon Rolfes trauere „um eine ganz große Persönlichkeit des deutschen Fußballs“, hieß es aus Leverkusen.

Nach München holte Heynckes ihn zweimal: von 2011 bis 2013 und noch einmal 2017/18, als der damals 72-jährige Heynckes den taumelnden Bayern-Kader stabilisieren sollte. Dazwischen und danach lagen Stationen in Hamburg, Nürnberg, Düsseldorf, Schalke und Dortmund; sein letztes Engagement als Assistent beim BVB endete am 7. Dezember 2022. Insgesamt kommt Hermann als Co-Trainer auf mehr als 1.000 Bundesligaspiele, dazu ein Champions-League-Titel, drei Meisterschaften und zwei DFB-Pokalsiege, wie Sport1 aufführt.

Was Heynckes im Nachruf an t-online besonders hervorhob, war die Loyalität. „Brüder im Geiste“ seien sie gewesen, ein „stets loyaler Partner auf Augenhöhe“ sei Hermann ihm bis zuletzt geblieben; Streit oder Dissonanzen habe es zwischen ihnen nie gegeben. Und über die Krankheit, die Hermanns letzte Jahre bestimmte, sagte der Freund einen Satz, der als Motto über dem gesamten Fußballerleben Peter Hermanns stehen könnte: „Peter selbst hat sein schlimmes Schicksal nie beklagt.“