Peter Hermann ist tot. Der langjährige Co-Trainer des FC Bayern München und von Bayer 04 Leverkusen starb am Samstag, dem 19. September, im Alter von 74 Jahren an den Folgen der Nervenkrankheit ALS. Das teilten beide Vereine mit.

Hermann war einer der wichtigsten Assistenzcoaches der Bundesliga-Geschichte. Über 1.000 Spiele saß er auf einer Trainerbank, überwiegend als rechte Hand von Jupp Heynckes. Mit den Münchnern gewann er 2013 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Insgesamt stehen für ihn in München drei deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokale, zwei Supercups und der Champions-League-Titel zu Buche. Über Bayer Leverkusen, den HSV, Schalke 04 und Borussia Dortmund führte ihn die Karriere quer durch die Republik. Bei Bayer war er über zwei Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen tätig, unter Trainern wie Erich Ribbeck, Christoph Daum und Berti Vogts.

Bayern-Präsident Herbert Hainer würdigte Hermann als einen der stillen Baumeister der Erfolgsära. „Der Fußball lebt nicht zuletzt von Persönlichkeiten wie Peter Hermann, die nicht immer im Rampenlicht stehen und dennoch dafür sorgen, dass immer alles glänzt“, sagte Hainer laut Vereinsmitteilung. Der frühere Bayern-Trainer Niko Kovac, den Hermann 2018/19 als Assistent begleitete, zeigte sich der Sportschau gegenüber „tief traurig“: „Er war ein toller Mensch, er hat uns verlassen.“ Bayer Leverkusen erklärte knapp: „Peter bleibt unvergessen.“

Der Fußball lebt nicht zuletzt von Persönlichkeiten wie Peter Hermann, die nicht immer im Rampenlicht stehen und dennoch dafür sorgen, dass immer alles glänzt.
- Herbert Hainer, Präsident FC Bayern München

Der Generationenverknüpfer

Geboren 1952, spielte Franz-Peter Hermann selbst in der Bundesliga, ehe er unter Dettmar Cramer erste Erfahrungen als Assistent sammelte. In Leverkusen wechselte er zwischen Nachwuchs, Scouting und Cheftraineramt auf Interimsbasis, blieb dem Klub aber über Jahrzehnte verbunden. 2011 folgte er Heynckes zum FC Bayern, kehrte 2017 mit ihm nochmals nach München zurück und beendete seine aktive Trainerlaufbahn im Dezember 2022 als Assistent von Edin Terzic bei Borussia Dortmund. Innerhalb der Branche galt Hermann als Fachmann für Standardsituationen und Kommunikation zwischen Trainerteam und Spielern - eine Art Übersetzer, der Trainergenerationen verband.

Die Diagnose ALS hatte Hermann in den vergangenen Jahren zunehmend aus der Öffentlichkeit gedrängt. Beide Bundesligisten kündigten Trauerbekundungen vor den kommenden Heimspielen an. Am Bundesliga-Spieltag dieses Wochenendes sollen die Mannschaften mit Trauerflor auflaufen, teilten die Vereine mit.